Koblenz oder Coblenz, Festung und Hauptstadt der preuß. Rheinprovinz, sowie eines Regierungsbezirks, liegt in einer reizenden Gegend auf der durch den Rhein und die hier einmündende Mosel gebildeten Landspitze, an den Linien Köln-Bingerbrück, K.⸗Perl und K.⸗Gießen der Preußischen Staatsbahnen, und zählt (1880) 30 548, mit dem gegenüberliegenden Chrenbreitstein (s. d.) 36 248 meist kath. E. über die Mosel führt eine 320 m lange, auf 14 Bogen ruhende steinerne Brücke, die bereits um 1344 vom Erzbischof Balduin von Trier erbaut wurde, und eine eiserne Gitterbrücke für die Rheinische Eisenbahn. über den Rhein geht eine 336 melange Pontonbrücke nach Ehrenbreitstein, und außerdem führt über diesen Strom eine Eisenbahnbrücke, 583 m lang aus drei Bogen von je 97 m Spannweite bestehend, sonst aber nur für Fußgänger zu passieren. Die Stadt besteht aus der Altstadt und der mehr dem Rheine zu gelegenen Neustadt. Die letztere ist gut gebaut und hat schöne breite Straßen und größere Plätze, darunter der mit Rasenparterres und Alleen geschmückte Schloßplatz, der Elemensplatz, der Paradeplatz mit dem 25. Sept. 1884 enthüllten Denkmal des Generals von Göben, und der Castorplatz. Zu den bedeutendsten Gebäuden der Stadt gehören: das vormalige kurfürstl. Schloß, 1778 — 86 erbaut und 1845 neu eingerichtet, gegenwärtig häufig Aufenthaltsort der Kaiserin Augusta; das ehemalige Jesuitenkollegium, Gymnasialgebäude; der gräfl. von der Leyensche Hof (Sitz des Generalkommandos). Unter den fünf kath. Kirchen ist die uralte Castorkirche mit vier Türmen, in ihrem jetzigen Bau aus dem 12. Jahrh. stammend, bemerkenswert. Außerdem besitzt die Stadt noch zwei evang. Kirchen und eine Synagoge. Am Rhein entlang ziehen sich schöne Anlagen bis Laubbach hin, die nach dem Plane Lennés ausgeführt wurden und herrliche Aussicht gewähren. In denselben befindet sich ein Denkmal Mar von Schenkendorfs. K. ist Sitz des Oberpräsidenten und des evang. Konsistoriums für die Rheinprovinz, des Generalnißt, sind unter C aufzusuchen. kommandos für das 8. Armeekorps, ferner der Regierung für den Bezirk K., eines Landratsamts, eines Landgerichts, eines Amtsgerichts, des Provinzialarchivs, eines Eisenbahnbetriebsamts, einer Oberpostdirektion und anderer Behörden. Von höhern Unterrichtsanstalten bestehen ein Gymnasium und eine Oberrealschule. Unter den Fabriken haben besonders die für Champagner (die fast 1 Mill. Flaschen jährlich meist nach England exportieren), für Cigarren, für Maschinen, für Pianofortes, für lackierte Blechwaren und Seife Bedeutung. Der Handel mit Mosel- und Rheinweinen ist noch ziemlich blühend, doch bleibt K. in seiner sonstigen merkantilen und industriellen Entwickelung hinter den äußerst rührigen Nachbarstädtchen Vallendar, Neuwied und den durch seine Thonwarenindustrie berühmten Flecken Höhr und Grenzhausen zurück. Den Verkehr fördern eine Handelskammer, eine Volksbank und eine Reichsbankstelle, sowie die Eisenbahnverbindungen. Etwa 5 km oberhalb K. erhebt sich die Burg Stolzenfels (. d.), einer der Glanzpunkte des Rheins. K. zählt zu den stärksten Festungen des Deutschen Reichs. Das ganze System der Werke, zwischen denen 100000 Mann aufgenommen werden können, besteht aus vier Hauptteilen: 1) aus der Stadt, die nach den Stromseiten hin mit crenelierten Mauern, nach der Landseite zu mit einer crenelierten Umwallung versehen ist, durch die zwei kastellartige Thore, das Mainzer und das Löhrthor, nach außen führen; 2) aus dem Kartäuserberge, zu welchem die Oberfestung auf der Hunnenhöhe oder Fort Alexander und die Unterfestung oder Fort Konstantin (an der Stelle des ehemaligen Kartäuserklosters) gehören; 3) aus dem Petersberge oder Fort Franz, jenseit der Mosel, und 4) der Felsenfeste Ehrenbreitstein (s. d.) am rechten Rheinufer. Vom Ehrenbreitstein aus, sowie von dem Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. Koblenz. Regierungsbezirks und 1822 Sitz der höchsten Behörden für die Rheinprovinz. Wegeler, «Beiträge zur Geschichte der Stadt Aufl., Kobl. 1882); Baumgarten, K. nebst Ausflügen (Kobl. 1884). Regierungsbezirk Koblenz umfaßt akm mit (1880) 604052 E., worunter Evangelische, 389611 Katholiken und Juden, und zerfällt in 13 Kreise: K., Zell, Mayen, Adenau, Ahrweiler, St. Goar, . Simmern, Neuwied, Altenkirchen, Wetz-Meisenheim. Der Kreis Koblenz zählt auf 274 qkm 83 162 E. Kobolde sind im deutschen Volksglauben eine der Elben oder Elfen (s. d.). Der Name eigentlich nur den Herd- und Hausgeistern aber auch zuweilen auf die Berggeister aus-Immer aber wird ihnen die Bedeutung Neckischen und Polternden beigelegt. Die K. zwerghaft und gewöhnlich häßlich gedacht: rot ist vom Feuer des Herdes ihre Lieblingsfarbe. Der Name selbst ist echt german. Ursprungs und bedeutet der des Koben (d. h. des Gemachs, der Hütte, welches Wort noch im neuhochdeutschen Kosen, d. h. Stall, Hütte, erhalten ist) Waltenden; es ist demnach gleichbedeutend mit dem angelsächs. cofgodas (Hausgötter).