Köchlin, ein berühmte oberelsass. Fabrikantenfamilie. Samuel Köchlin, geb. 1719 zu Mülhausen, errichtete daselbst 1746 mit Jakob Schmaltzer und Heinrich Dollfus die erste Fahrik für bunte Baumwollgewebe (Indiennes) und starb 1771. Von seinen 17 Kindern begründete sein ältester Sohn Johann K., geb. 1746, gest. 1828, mit seinen Brüdern Josua und Hartmann ebenfalls eine Fabrik für Baumwollgewebe, trat aber nach einiger Zeit aus und rief zu Mülhausen eine höhere Lehranstalt für Kaufleute ins Leben. Seit 1802 war er wieder als Associé in dem von seinem Sohne, Rikolaus K. (geb. 1781, gest. 1852), zu Mülhausen errichteten Fabrikgeschäft thätig, welches sich unter der Firma «Köchlin Frores bald zu einem der großartigsten Etablissements für Baumwollindustrie erweiterte. Im J. 1826 zum Deputierten erwählt, nahm er seinen Platz auf der äußersten Linken, legte 1841 sein Mandat nieder und widmete sich dem von ihm ins Leben gerufenen Bau der Eisenbahnlinien Mülhausen-Thann und Straßburg-Basel und des neuen Viertels in Mülhausen. Von den 19 Kindern Johann K.s sind noch zu nennen Jakob und Daniel K. Jakob K. (geb. 1776, gest. 1834) war 1814 Maire seiner Vaterstadt, wurde beim Eindringen der Verbündeten verhaftet, nach dem Frieden wieder in sein Amt eingesetzt, 1820 durch die Hofpartei aus demselben verdrängt und hierauf in die Kammer gewählt, wo er dem Treiben der Ultraroyalisten mit Energie entgegentrat, bis er sich 1826 ins Privatleben zurückzog. In dem von ihm zu Mülhausen errichteten Waisenhause ist ihm ein Denk—⸗ stein gesetzt. Daniel K. (geb. 1785, gest. 1871), ein vorzüglicher Chemiker, trat, kaum 17 J. alt, als Associé in das väterliche Geschäft, dessen Leitung er 1836 übernahm und um dessen Aufblühen er sich große Verdienste erwarb. Von den Brüdern Johann K.s hatten Jakob und Josua je 14 Kinder. Ein Sohn Jakob K.s, Andreas K. (geb. 1789, gest. zu Paris 1875), war 1818—30 Leiter des großartigen Etablissements Dollfus-Mieg u. Komp. und begründete 1830 zu Mülhausen ein eigenes Etablissement für Maschinenbau und Eisenguß, mit dem sich 1872 die Maschinenfabrik von Grafenstaden bei Straßburg verband. Von 1830 bis 1848 war er Maire von Mülhausen und wurde dann wiederholt in die Kammer gewählt, in welcher er die Politik Guizots unterstützte. Ein Sohn Josua K.s war Joseph K.⸗ Schlumberger (geb. 1797, geß. 1863), bekannt als Geolog und Mitbegründer der Société industrielle in Mülhausen, wo er eine Spinnerei und Kattundruckerei errichtete und unter dem zweiten Kaiserreich als Maire vorteilhaft wirkte.