FeedKollergang
TechnikBrockhaus 1882

Kollergang heißt eine schon den alten Römern bekannte, zum Zerkleinern von Olsamen, Kakaobohnen, Cichorien, Steinen, Kohlen u. s. w. dienende Maschine, deren wirksame Teile in vertikalen, um ihre eigene Achse, sowie um eine gemeinschaftliche Mittelachse rotierenden Scheiben bestehen. Diese Scheiben, Läufer oder Läufersteine genannt, sind aus Gußeisen oder aus Stein (Granit) und laufen auf einer aus Eisen oder Stein gebildeten Bodenplatte (Bodenstein). Beistehende Fig 1. Fig. 1—3 zeigen einen K., wie er zu mannigfachen industriellen Zwecken Verwendung findet. Die beiden Läufer AA sind aus den Achsen BB in ungleichen Abständen von der Mittelachse drehbar befestigt. Um den Läufern in vertikaler Richtung einige Bewegung zu gestatten, sind die Achsen BBE kurbelförmig gebogen und in der Hülse C gegen seitliche Verschiebung gesichert. Als Bodenstein dient eine starke gußeiserne Platte D, auf welche das zu zerkleinernde Material durch den Trichter F aufgegeben wird, mittels Abstreicher wird dasselbe, nachdem es zermahlen ist, durch die im Bodenstein befindliche offnung E entfernt. Bei einigen Kollergängen wird der Bodenstein in Rotation versetzt und es drehen sich alsdann die Läufer nur um ihre horizontale Achse.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 412Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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