FeedKolywan
ErdkundeBrockhaus 1882

Kolywan, ursprünglich Tschausk, Stadt im westsibir. Gouvernement Tomsk, Hauptort eines der vier Bezirke des Kolywano-Woskresenskischen Hüttenbezirks oder Altaischen Berggebietes (s. d.), liegt an dem Flüßchen Tschaus, das sich in den Ob ergießt, 225 Em im SW. von Tomsk und 420 km vom russ. Altai, der auch das Kolywanische Erzgebirge genannt wird (s. Altai), und zwar am Fuße der Sinaja-Sopka, 32 km im NO. von dem durch seine großartigen Silberschmelzhütten berühmten Bergwerksort Smeinogorskoder Schlangenberg. In der Nähe des Dorfs Tschausk wurden 1725 die ersten Kupferhüttenwerke, Kolywanskoi-Sawod, angelegt. Ihr Name ging allmählich auf die ganze Gegend über, aber wegen des Mangels an Brennmaterialien und wegen ihrer, seit der Entdeckung goldhaltiger Silbererze notwendig gewordenen Erweiterung wurden die Schmelzwerke nach dem heutigen Barnaul (s. d.) verlegt. K. zählt (1882) 3637 C., hat zwei Kirchen, ein Gefängnis und zwei Kronmagazine. In K. findet kein Hüttenbetrieb mehr statt; die Einwohner beschäftigen sich mit Ackerbau, Vieh⸗, Bienenzucht und besonders mit dem Fischfange, der auf den Flüssen Ob, Tschaus und den 80 im Gebiete der Stadt liegenden kleinen Seen betrieben wird. Im Norden des erwähnten Schlangenbergs liegt in der Steppe von Platowsk und Sauschki der kleine fischreiche Kolywansee, durch die grotesken Felsformationen geschichteter Granite ausgezeichnet, die wie Säulen, Türme und Obelisken zwischen dichten Gruppen von Fichten seine Ufer umgeben. mißt, sind unter C aufzusuchen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 431Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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