FeedKombinationston
MusikBrockhaus 1882

Kombinationston (Tartinischer Ton heißt ein Ton, welcher auftritt, wenn zwei gleichartige, in ihrer Höhe genügend weit auseinander liegende Töne gleichzeitig ertönen. Liegen diese den K. erzeugenden, verschieden hohen Töne einander zu nahe, so entstehen nur Tonanschwellungen oder Stöße (s. d.). Dagegen bildet sich bei genügender Höhendistanz zweier homogener Töne ein neuer, dritter Ton, d. i. eben der K. Dieser ist tiefer als jeder der beiden Einzeltöne; seine Höhe ist gleich dem Unterschiede der erzeugenden (primären) Töne, weshalb auch solche K. Differenztöne heißen. Am leichtesten vernimmt man den K., wenn die erregenden Töne innerhalb derselben Oktave liegen und dabei kräftig und anhaltend tönen; hierzu lassen sich am besten gedeckte Pfeifen und kräftige, lange nachtönende Stimmgabeln verwenden. Der K. ward zuerst (1740) von Sorge, dann (1754) eingehender von Tartini beobachtet. Später haben sich mit dem Studium des K. beschäftigt: Noung, Röber, Helmholtz u. a. m. Letzterer hat auch zum K. einen analogen höhern Ton nachgewiesen, welcher aus der Summe der beiden erzeugenden Töne hervorgeht, und daher Summationston heißt. Vgl. Helmholtz, «Die Lehre von den Tonempfindungeno (4. Aufl., Braunschw. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 433Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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