Konsonanz oder Wohlklang nennt man das angenehme Zusammenklingen zweier oder mehrerer Töne im Gegensatze zur Dissonanz, d. i. zum Mißklang, bei welchem das Gegenteil stattfindet. Die Prim dissoniert mit der Sekund und Septim, konsoniert aber mehr oder weniger mit den übrigen Tönen in der diatonischen Tonleiter. Von drei lonsonierenden Tönen, Accorden oder Dreiklängen sind besonders angenehm: die Prim, Terz und Quint, dann die Prim, Quart und Sext. Je vollkommener die K. zusammenklingender Töne ist, desto einfacher zeigt sich das Verhältnis oder Intervall der Schwingungszahlen der konsonierenden Töne, sodaß man früher meinte, das Ohr erfreue sich unbewußt dieser einfachen Zahlenverhältnisse, während dagegen bei dissonierenden Tönen die Zahlenverhältnisse für unser Ohr nicht genügend einsach seien. Helmholtz hat jedoch in neuerer Zeit (1863) dargethan, daß die Dissonanz herrühre von den schnellen Schwebungen oder Stößen (s. d.) der Grunde, Ober⸗ und Kombinationstöne, welche bei den minder einfachen Verhältnissen der Schwingungszahlen dissonierender Töne auftreten und eine unangenehme Rauhigkeit des Zusammenklangs, d. i. die Dissonanz bewirke. Bei der K. dagegen kommen, vermöge der einfachen Verhältnisse ihrer Schwingungszahlen, keine oder nur unmerkliche Schwebungen oder Stöße zwischen den Grund-, Ober⸗ und Kombinationstönen derzusammenklingenden Töne zu Stande, sodaß keine störende Rauhigkeit des Zusammenklangs erscheint. Diesem gemäß ist die K. eine stetige und daher angenehme Tonempfindung, anen die Dissonanz eine intermittierende und daher unangenehme Tonempfindung ist. Lissajous ist es geglückt (1855), die K. mittels Spiegelung, welche von tönenden Stimmgabeln ausgeht, vor das Auge zu bringen, und er hat darauf seine optische Stimmmethode basiert. Vgl. Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungeno (4. Aufl., Braunschw. 1877).