FeedKompressibilität
NaturlehreBrockhaus 1882

Kompressibilität oder Zusammendrückbarkeit nenntman diejenige allgemeine Eigenschaft der Körper, vermöge welcher sich das Volumen derselben, bei gleichbleibender Masse, d. i. bei derselben Masse der Materie, durch Erkalten oder mechan. Zusammendrückung verkleinern läßt. Der Gegensatz der K. heißt Extensibilität oder Ausdehn⸗ E barkeit der Körper; sie gehört ebenfalls den allgemeinen Eigenschaften der Körper. (S. Ausdehnung.) Die K. durch mechan. Kräfte ist für tropfbare Flüssigkeiten lange bezweifelt worden, und man läßt letztere behufs Ableitung der hydrostatischen Grundgesetze noch immer als unzusammendrückbar (inkompressibel) gelten, obwohl ihre K. durch eigentümliche Zusammendrückungsapparate, welche Piezometer oder Sympiezometer heißen, messend nachgewiesen worden ist (von Canton 1761, Perkins 1820, Orsted 1822 u. a. m.). Durch den Druck der Atmosphäre wird bei 0' C. das Quecksilber um 3 Millionenteile, das Wasser um 50 und der Alkohol um 82 Milliontel seines ursprünglichen Volumens verkleinert. Die K. der festen Körper, obschon im allgemeinen geringer als jene der tropfbaren Körper, ist nie bezweifelt worden. Die K. der Gase ist so auffallend, daß große K. zu den wesentlichen Eigenschaften der Gase gezählt wird. Die K. befolgt bei Gasen bis zu einer bestimmten Grenze ein nach Mariotte benanntes Gesetz. (S. Mariottesches Gesetz und Aérostatik.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 452Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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