Kompressionsmaschinen, auch Kompressionspumpen oder Kompressoren genannt, sind Apparate, deren durch motorische Kraft bewegte Kolben die Zusammendrückung (Kompression) größerer Luftmassen bewirken. Da bei kräftiger Kompression eine sehr bedeutende Erwärmung der Luft eintritt, so muß alsdann für eine fortwährende genügende Abkühlung des Pumpencylinders gesorgt werden, wozu kaltes Wasser gebraucht wird. Man benutzt die K. zur Luftversorgung bei unterirdischen oder unterseeischen Arbeiten, sowie bei Arbeiten in einer von unatembaren Gasen erfüllten Atmosphäre. In neuerer Zeit wird die gepreßte Luft mit großem Vorteil zur Beförderung von Briefen und kleinen Paketen in eisernen Röhren 6 Rohrpost), sowie zum Transport und zum Mischen von Flüssigkeiten verwendet. Die vorzüglichste Anwendung findet jedoch die komprimierte Luft an Stelle des Dampfes zum Betrieb von Arbeitsmaschinen, bei denen aus irgend einem Grunde die Benutzung des Dampfes als bewegende Kraft unthunlich ist, so namentlich zum Betrieb der bei Tunnelbauten benutzten Bohrmaschinen. Eine Luftkompressionspumpe, wie sie für die Bohrarbeiten am Mont-Cenis-Tunnel zur Anwendung gelangte, ist in beistehender Figur im Durchschnitt gezeichnet. Die Pumpe besteht aus einer kastenförmigen Sohlplatte, auf welcher die beiden Cylinder (Plungerrohre) bb und die Geradführung für den Kolben (Doppelplunger) a festgeschraubt sind; ferner aus dem Doppelplunger a, der mit jedem Ende in einem der Plungerrohre arbeitet, zwei an diesem in der Mitte angreifenden Pleuelstangen, welche die Bewegung von einem mittels Wasserkraft getriebenen Zahnrad auf den Plunger übertragen, und den beiden auf die Plun⸗ + aufgeschraubten Ventilkasten Ad, an deren Deckel ein angeschraubter Konus é das Saugrohr bildet. Am äußern Umfang des Saugrohrs liegt ein straff aufgezogener Gummiring, welcher als Saugventil dient. Eine zwischengeschraubte, schmiedeeiserne Scheibe bildet mit einem flachen Gummiring das Druckventil e, für welches ein gußeiserner, durchbrochener Ring als Auffänger dient. Da die Kompression der Luft mit dieser Maschine bis auf fünf Atmosphären Überdruck getrieben wird, muß eine Abkühlung durch kaltes Wasser erfolgen, welches die Räume bb füllt und konstant zu⸗ und abfließt. Dieses Wasser tritt durch die Ventilkasten ein, sammelt sich in den konischen Böden an und wird gleichzeitig mit der Luft angesaugt. Die abgesperrte Wassermenge macht die hin und her gehende Bewegung des Kolbens a durch Steigen und Fallen mit. Die beschriebene Maschine ist ein sog. nasser Kompressor, mit welchem Namen man diejenigen K. bezeichnet, bei welchen die komprimierte Luft direkt mit dem Kühlwasser in Berührung kommt; im Gegensatz hierzu werden diejenigen Apparate, bei welchen nur die Wände des Kompressionsraums gekühlt werden, trockene Kompressoren genannt. Als Beispiel dafür, wie stark die Luft durch K. zusammengepreßt werden kann, mag Folgendes dienen. Bei dem Bau des Gotthardtunnels waren auf der ital. Seite (bei Airolo) vier Systeme von je drei gekuppelten Luftkompressionsmaschinen für den Betrieb der Gesteinsbohrmaschinen in Thätigkeit und betrug das durch drei Kompressoren einer Maschinengruppe pro Minute angesaugte Luftvolumen 32,210 ebm, welches Volumen durch das Zusammendrücken bis zu sieben Atmosphären ißt, sind unter C aufzusuchen. Überdruck auf 4,526 cbm reduziert wurde. über die in analoger Weise konstruierten Maschinen zur Verdünnung der Luft s. Luftpumpen. Mit Kompressionsmaschine im weitesten Sinne des Wortes bezeichnet man jedes Gebläse (. d.) und namentlich sind hierzu die Gebläsemaschinen zu zählen, welche die gepreßte Luft für Hohöfen, Bessemereien u. s. w. liefern.