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NaturlehreBrockhaus 1882

Tropfen nennt man die kleinen kugeligen, durch die Schwere etwas verlängerten Massen, welche alle Flüssigkeiten bilden, sobald man sie der freien Wirkung ihrer eigenen Kohäsion überläßt, namentlich also beim Fallen. Da die Beschaffenheit und Größe der Fläche, an welcher sich die T. bilden, von Einfluß ist, so beobachtet man die Tropfenbildung am besten, wenn man die Flüssigkeiten von einem Glasstabe ablaufen oder aus sog. Tropfgläschen auslaufen läßt. Die T. sind um so größer, je spezifisch leichter, je wärmer die Flüssigkeit und je größer ihre Kohäsion ist. Bringt man daher Flüssigkeiten auf gleiche Dichtigkeit und Temperatur, so kann die Größe der T. als Maß der Kohäsion dienen. Die flüssigen Körper, welche die Eigenschaft haben, T. zu bilden (Tropfbarkeit), heißen tropfbare Flüssigkeiten. Ein Wassertropfen bildet keine Kugel mehr, wenn er auf einer Unterlage ruht; auf einer reinen Glasplatte zerfließt er. Ein Quecksilbertropfen bildet auf Glas eine Kugel, zerfließt aber auf Gold, Silber, Zinn Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. u. s. w. Nach Gay-Lussac ist das Gewicht der T. verschiedener Flüssigkeiten, welche von einer Röhre mit einem bestimmten Durchmesser herabfallen, nicht den Dichtigkeiten dieser Flüssigkeiten proportional. So wogen bei 15 C. 100 Wassertropfen 8,9875 g, dagegen 100 T. Alkohol (Dichtigkeit 0,8543) nur 3,0375 g.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 865Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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