Kopäl ist der Name einer Anzahl harter, erst bei hoher Temperatur schmelzender, im Aussehen dem Bernstein sich nähernder Harze. Die weichern Sorten nennt man häufig . (Animev, welchen Namen der K. im engl. Handel führt. Die Zahl der Baumarten, welche K. liefern, ist eine sehr große; die wenigsten derselben sind bekannt und für manche Sorten von K. ist es sogar wahrscheinlich, daß die Bäume, aus denen sie geflossen, der heutigen Vegetation gar nicht mehr angehören. Für manche Sorten ist die Beschaffenheit der Oberfläche maßgebend; die meisten südamerik. Sorten sind mit kreidigen Krusten bedeckt, unter welchen das eigentliche Harz als höckerige, im Querschnitte wellenförmig begrenzte Masse liegt. Die Härte der K. ist eine sehr verschiedene, im allgemeinen ist eine Kopalsorte um so geschätzter, je härter sie ist. Alle K. werden vom Kalkspat geritzt, alle, mit Ausnahme des südamerikanischen K., ritzen dagegen das Fraueneis. Ihr spezifisches Gewicht variiert zwischen 1,45 bis 1,139. Die ostafrik. Kopalsorten sind die geschätztesten und kommen als Zanguebar- und Mozambique-Kopal im europ. und amerik. Handel vor; sie sollen von Trachilobium mossambicense Wotsch und Trachilobium Hornemannium Hayne herrühren. Die westafrik. Kopalsorten kommen von Angola, Benguela und Sierra Leone. Der K. findet sich hier in einer oberflächlich liegenden, aus Mergel, Sand und Lehm bestehenden Bodenschicht in einer Tiefe von etwa 3m. Das gegenwärtig in großer Menge nach Europa gebrachte Kaurie-Kopal wird in Neuseeland und Neucaledonien gesammelt und stammt von Dammara australis Don. und Dammara ooata Moore, das Manila-Kopal von Vateria indica. Die südamerikanischen K. werden entweder von den Rinden der Stammbäume abgenommen oder von den Wurzeln, an denen sie sich massenweise ansetzen, abgelöst. Als Stammbäume bezeichnet man die brasil. Bäume Hymenaea Courbasil und Trachilobium Martianum. Die Schmelzpunkte der K. liegen zwischen 180 und 340° C. Sie sind citronengelb bis farblos. Bei starkem Erhitzen entwickelt der K. aropalöl riechende Dämpfe, die kondensiert das Kopalöl bilden, welches sich als gutes Lösungsmittel vieler Kopalsorten erwiesen hat. In kaltem Alkohol löst sich der K. nicht. In der Firnis⸗ und Lackfabrikation wendet man zum Auflösen des K. meist ein Gemenge von Terpentinöl und Leinöl an, nachdem man den K. vorher geschmolzen hat. Große und durchsichtige Stücke des Zanguebar-Kopals werden in ähnlicher Weise wie der Bernstein zu Dreh- und Schnitzarbeiten verwendet. Vgl. Wiesner, „Pflanzenstoffes (Lpz. 1873); Kerl und Stohmann [Muspratt], «Encyklopädisches Handbuch der technischen Chemies (3. Aufl., Bd. 3, Braunschw. 1876,