Kopf oder Hau pt (caput), der oberste, rundliche, auf dem Halse (s. d.) aufsitzende Teil des menschlichen Körpers, welcher das Gehirn und die Sinnesorgane des Gesichts, Gehörs, Geruchs und Geschmacks enthält und demnach für das Leben und die Lebensthätigkeit von der größten Wichtigkeit ist. Die Anatomie teilt den K., dessen knöchernes Gerüst von 28 Knochen zusammengesetzt wird, in zwei Teile: den Schädel (s. d.) und das Gesicht (s. d. und Kiefer), und betrachtet ihn nur im Verhältnis zu den Hauptteilen des Körpers, dem Rumpfe und den Extremitäten, als Ganzes. Der obere Teil des Kopfes ist von der gefäß⸗ und nervenreichen Kopfhaut bedeckt; die größern Gefäße und Nervenstämme desselben verlaufen an der Stirn⸗, Schläfen⸗ und Hinterhauptsgegend und werden nach diesen Gegenden benannt. Beim Menschen wird der K. in aufrechter Stellung auf der Wirbelsäule balanciert; in geneigter Stellung wird er durch die Muskeln, vorzüglich aber durch das starke Nackenband (Ligamentum nuchae) in seiner Stellung erhalten; bei den vierfüßigen Tieren ist dieses Band besonders stark entwickelt. Die Verbindung des K. mit der Halswirbelsäule ermöglicht ziemlich ausgiebige Bewegungen, indem er sich nicht nur auf dem ersten Halswirbel (Atlas) hinreichend nach vorn und hinten bewegen (beugen und strecken), sondern auch zugleich mit dem Atlas um den zweiten Halswirbel (Epistropheus) nahezu in einem Halbkreis drehen kann. Der K. ist es hauptsächlich, welcher den Menschen vom Tiere unterscheidet, weil er das hochentwickelte Gehirn und die Apparate für die artikulierte Sprache enthält; beim Menschen ist die Rundung des Kopfes am vollkommensten, während 5t, sind unter C aufzusuchen. bei den Tieren der vordere Teil des Kopfes, das Gesicht, mehr oder weniger aus dieser Rundung heraustritt. Der K. der wirbellosen Tiere wird, je tiefer sie stehen, um so unvollkommener; in den untersten Klassen (Akephalen) fehlt er gänzlich.