FeedKopfgrind
HeilkundeBrockhaus 1882

Kopfgrind, Ansprung oder Fraisen (Exkzema impetiginosum), nennt man das den behaarten Teil des Kopfes befallende Ekzem (s. d.). Die Bläschen, welche sich im Beginn des Ekzems bilden, werden hier leicht übersehen, zerkratzt und zerkämmt, die Haare verkleben und es entstehen Pusteln, sodaß sich auf dem Kopft bald flache weiche, bald dicke harte Borken bilden. Vorzugsweise werden Kinder von dem K. befallen, und dieser erstreckt sich dann auch auf das Gesicht. Sehr oft schwellen auch die Nackenlymphdrüsen an. Der K. entsteht seltener infolge der Einwirkung von Reizen als aus allgemeinen Ernährungsstörungen (Blutarmut, Skrofulose u. 4.). Schon durch Abschneiden der Haare, fleißiges Abweichen der Grinde und Bestreichen der wunden Stellen mit einem fetten Ol oder einer einfachen Salbe ist es möglich, den K. zur Heilung zu bringen; bei veralteten Fällen leistet das Aufstreichen von Teer, grüner Seife und Quecksilberpräparaten gute Dienste. Bei dem Bestehen allgemeiner Ernährungsstörungen sind diese angemessen zu behandeln. (S. unter Skrofulose.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 519Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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