Kopulation oder Schäften heißt in der Pomologie eine Veredlungsart der Obstbäume, die vor dem Pfropfen (s. d.) wesentliche Vorzüge hat, weil sie im Herbst und Winter bei allen Obstarten, und zwar im frühesten Alter der Wildlinge angewendet werden kann und dabei der Stamm weniger leidet. Das Verfahren besteht darin, daß Grundstamm und Edelreis von möglichst gleichem Durchmesser mit ihrer frischen Schnittfläche aufeinander gesetzt und durch Bast und Baumwachs in dieser Lage festgehalten werden, bis sie vollständig miteinander verwachsen sind. Je nach der Stärke der Wildlingsstämme und der Kopulierreiser wird die K. auf verschiedene Weise ausgeführt. Den sog. Rehfußschnitt oder das Sattelschäften mit gekerbtem Einschnitt wendet man an, wenn Stamm und Reis von gleicher Stärke sind; ist solches nicht der Fall, so wird mit dem Klebereis kopuliert. Das Schäften ist die geeignetste Methode für große Baumschulen. Die Winterkopulation ist der im Frühling vorzuziehen.