Kopulation ist in der Botanik die Bezeichnung für einen Vorgang bei manchen niedern Kryptogamen, der zur Bildung einer Fortpflanzungszelle, einer Spore, führt. Da bei der K. eine Vermischung zweier Plasmamassen stattfindet, so ist man berechtigt, dieselbe als einen sexuellen Akt aufzufassen. Es bildet die K. die einfachste Form der geschlechtlichen Fortpflanzung, indem die beiden sich vereinigenden Zellen meist keine äußerliche Verschiedenheit wahrnehmen lassen. Sie tritt bei mehrern Algen aus der Gruppe der Chlorophyceen in der Weise auf, daß zwei nackte schwärmende Syore miteinander verschmelzen und so zu einer pore werden; bei einigen andern Algen aus derselben Gruppe, bei den Arten der Gattung Sperogyra, werden in zwei nebeneinander liegenden Fä-⸗ den von einzelnen Zellen Fortsätze nach den Zellen des benachbarten Fadens gebildet, und diese stoßen mit den entsprechenden Fortsätzen des letztern zusammen. (Vgl. Tafel: Algen, Fig. 7v.) Nach Vereinigung des Inhalts der beiden kopulierenden Zellen kommt es zur Bildung einer Spore. Ein ähnlicher Vorgang findet bei einer Gruppe der Pilze, den Mucorineen, statt, hier werden von zwei benachbarten Hyphen keulenförmige Fortsätze gebildet, die sich gegenseitig berühren. Nachdem die Enden beider Schläuche durch eine Wand abgegliedert sind, findet eine Vereinigung des Protoplasmas der beiden hierduch entstandenen Zellen statt, und die gesamte Plasmamasse wächst nun an einer ziemlich großen Spore heran. Man bezeichnet den Vorgang der K. auch als Konjugation oder Zygosporenbildung;: die sich vereinigenden Plasmamassen nennt man Gameten. Man hat früher alle diejenigen Thallophyten, bei denen die geschlechtliche Fortpflanzung durch K. erfolgt, auch in eine Gruppe, die Konjugaten, zusammengefaßt, doch ist diese Zusammenstellung sonst sehr verschiedener Formen jedenfalls nicht gerechtfertigt.