Korcyra (lat. Corcyra, grch. Korkyra oder Kerkyra), die nördlichste der Jonischen Inseln, auf der Westseite von Epirus, jetzt Korfu (s. d.), ward von alten und neuen Erklärern, aber wahrscheinlich mit Unrecht, für das Homerische Scheria gehalten, den mythischen Sitz der Phäaken und ihres Königs Alkinoos. K. wurde in älterer Zeit von illyrischen Liburnern bewohnt, und 705 v. Chr. von dorischen Korinthern kolonisiert. Die Insel rivalisierte bald mit der Mutterstadt, geriet mit ihr in Streit und besiegte sie 664 in einer Seeschlacht. Periander (625—585) unterwarf dann K. nur vorübergehend wieder der Herrschaft Korinths. Später sank die reiche und mächtige Insel namentlich durch die blutigen Fehden zwischen den sich bekämpfenden Parteien des Adels und der Demokratie 427 425 und 373 v. Chr. und im 3. Jahrh. v. Chr. infolge der Plünderungen der illyr. Piraten und kam 229 zunächst in der Form der Bundesgenossenschaft unter die Oberherrschaft der Römer. Bgl. Mustoxidi, G. C. A. Müller, De Corcyraeorum republica (Gött. 1835).