Körner (Christian Gottfr.), der Vater Karl Theodor Körners (s. d.), geb. 2. Juli 1756 zu Leipzig, widmete sich in Leipzig und Göttingen dem Studium der Rechte, habilitierte sich 1779 an der leipziger Universität und machte in demselben Jahre eine größere Reise als Begleiter eines Grafen Schönburg-Glauchau. Im J. 1783 folgte er dem Rufe nach Dresden als Oberkonsistorialrat, wurde 1790 Oberappellationsgerichtsrat, 1798 Geh. Referendar im Geheimen Konsilium, 1811 aber in das Appellationsgericht zurückversetzt. In K. vereinigte sich mit dem Eifer für die Wissenschaft seines Berufs ein reger Sinn für Wissenschaft und Kunst. Sein gastliches Haus bildete den Vereinigungspunkt der ausgezeichnetsten Männer. Er war Schillers vertrauter Freund und stand mit Goethe im Briefwechsel. Auf seinem in Loschwitz bei Dresden gelegenen Weinberge schrieb Schiller seinen „Don Carlosv. Unter dem russ. Gouvernement wurde er Gouvernementsrat. Bei der Auflösung dieser Behörde folgte er 1815 einem Rufe in preuß. Dienste nach Berlin, nachdem er noch zu Dresden 15. März 1815 seine einzige Tochter Emma durch den Tod verloren hatte. In Berlin war er als Staatsrat, später als Geh. Oberregierungsrat im Ministerium der geistlichen, Unterrichts-und Medizinalangelegenheiten thätig. Erstarb daselbst 13. Mai 1831 und wurde neben seinen Kindern bei Wöbbelin zur Ruhe bestattet. Seine Gattin Marie (gewöhnlich Minna genannt), Tochter des Goethe befreundeten leipziger Kupferstechers Stock, geb. 11. Mai 1762, seit 7. Aug. 1785 mit ihm vermählt, folgte ihm erst 20. Aug. 1843 im Tode nach. K.s Teilnahme an dem Entwickelungsgange der deutschen Litteratur beweisen nicht bloß die veröffentlichten brieflichen Zeugnisse Goethes und Schillers, sondern auch einzelne schriftstellerische Leistungen auf staatswissenschaftlichem und ästhetischem Gebiete, namentlich aber „Schillers Briefwechsel mit K. (4 Bde., Berl. 1847; 2. vermehrte Aufl., herausg. von K. Goedeke, 2 Bde., Lpz. 1874). An Schillers Biographie von Frau von Wolzogen hat K. wesentlichen Anteil; auch besorgte er 1812 —15 die Herausgabe von dessen Werken und gab den «Poetischen Nachlaß Theodor K.s heraus (mit dessen Biographie, 2 Bde., Lpz. 1815 u. öfter). Seine ästhetischen Aufsätze veröffentlichte er gesammelt, anonym, unter dem Titel «Asthetische Ansichten » (Lpz. 1808). Eine Sammlung seiner Schriften gab 1859 Karl Barth in Nürnberg heraus, eine vollständigere A. Stern (Lpz. 1881). K.s Briefwechsel mit dem Verleger und Schriftsteller Göschen bewahrt die dresdener Bibliothek. Vgl. Jonas, «K. Biographische Nachrichten über ihn und sein Hauso (Berl. 1882).