FeedKornwurm
TierreichBrockhaus 1882

Kornwurm nennt man zwei das aufgeschüttete Getreide angreifende Larven, welche die schädlichsten Insekten auf Kornböden sind und als schwarzer und weißer K. unterschieden werden. Der chwarze oder braune Kornwurm ist die Larve eines Russelkäfers, des schwarzen Kornkäfers oder Getreiderüßlers (Sitophylus [Curculio] granarius, auch Calandra granaria, s. Tafel: Schädliche Insekten, Fig. 17, Bd. IX, S. 618), der nur 4,5 mm lang und rotbraun und dessen punktiertes Halsschild so lang als die gestreift punktierten Flügeldecken ist; die Fähler sind gebrochen, der Rüssel ist lang, und an seinem Grunde unter den Augen befindet sich eine rundliche Fühlergrube. Das Weibchen legt die Eier an die Getreidekörner, deren Mehl die Larve (der Wurm) auffrißt, die sich dann in der Hülle (Schale) verpuppt. Er wird selbst durch Kälte nicht getötet und verursacht durch Fruchtbarkeit und Gefräßigkeit den größten Schaden. Als Gegenmittel gilt häufiges Umstechen des Korns; auch Besprengen mit scharfer Seifensiederlauge und darauf folgendes Abfegen der Räumlichkeit vertilgt den K. Als zuverlässige Mittel zeigen sich aber nur ein vollständiges Räumen der Böden und Bestreichen der Wände und Fußböden mit frischgelöschtem Kalk, um die in den Ritzen überwinternden Käferchen zu töten, oder eine Behandlung der ergriffenen Vorräte mit Schwefelkohlenstoffen, deren Dünsten die Larven erliegen. Eine große Anzahl der Käfer läßt sich vertilgen durch Umgeben der Getreidehaufen mit Schaffellen, Teppichstücken u. s. w., unter welchen sich die Käfer in kalten Nächten sammeln. Eine andere Art derselben Käfergattung, der Reiskornkäfer oder Glander (S. oryzae), der ebenfalls nur 4, mm lang, schwarzbraun und auf den Flügeldecken mit vier roten Flecken bezeichnet ist, wird dem Reis in den Magazinen schädlich. Der weiße Kornwurm ist die Raupe der Kornmotte (Tinea granella), welche 6,5 mm lang ist. Ihr Kopf ist gelblich, die Vorderflügel sind grau, braun und schwärzlich marmoriert und hinten aufgerichtet, die Hinterflügel bräunlich. Das Weibchen legt seine Eier an die Getreidekörner, die ausgekrochene Raupe spinnt mehrere Getreidekörner zusammen, frißt sie aus und überwintert auf dem Gebälk der Kornböden ineinem Gespinste aus abgenagten Holzspänchen, verpuppt sich im März oder April und fliegt dann nach vier Wochen aus. Dieser K. wird am besten durch Backofenwärme getötet. Neuerdings zeigt sich auch in Süddeutschland die in Frankreich heimische franz. Getreidemotte (Tinea cerealella), deren Raupe jedoch die Körner nicht zusammenspinnt. Vgl. E. L. Taschenberg, »Was da kriecht und fliegto(2. Aufl., Berl.1882). ornzange (Forceps chirurgorum), chirurgisches Instrument, bestehend aus zwei sich kreuzenden und miteinander beweglich verbundenen scherenförmigen Schenkeln, deren Spitze oder Schnabel stumpf und an der innern Fläche mit zahlreichen Kerben oder Einschnitten versehen ist, dient beim Verbandwechsel zum Fortnehmen der Verbandsstücke, zur Entfernung fremder Körper aus Wunden, Körperhöhlen und Kanälen u. dgl.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 539Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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