Kostomärow (Nikolaj Iwanowitsch), ter russ. Geschichtsforscher, geb. 1817 in Ostrogo in Kleinrußland, studierte in Charkow und schrie im Anfang der vierziger Jahre über die westruss. Kirchenunion des 16. Jahrh. eine Abhandlung, welche von der Censur verboten wurde. Im J. 18⁴⁴ a. ol von ihm aüber die histor. Bedeutung der russ. Volkspoesies und 1846 seine Slaw. Mythologie'. Als Dichter war K. schon vorher unter dem Namen Jeremie Halka aufgetreten. Wegen Dman panslawistischen Bestrebungen wurde K. bald arauf ein Jahr in Petersburg eingekerkert, dann nach Saratow verbannt. Im J. 1856 amnestiert, Geschichte Kleinrußlands im 17. Jahrh.; 4. Aufl., 3 Bde., 1884), «Geschichte des altruss. Handelso, Die ———1 Sitten und Gebräuche im 16. und 17. Jahrh. », „Die nordisch-russ. Volksstaaten⸗ (Nowgorod, Pskow u. s. w.), Stenko Rasiny (berühmter russ. Räuber im 17. Jahrh.), «Die letzten ahre des poln. Staatso, eine Tragödie Cremutius Corduso und andere Gedichte, sowie die histor. Romane Der Sohno, «Kudejaro, aus den Zeiten Nechän des Schrecklichen, und Cernigowkas, aus den erhältnissen Süd⸗ und Großrußlands im 17. Jahrh. Seit 1859 wirkte K. als Professor der russ. Geschichte in Petersburg, nahm aber 1862 infolge von Studentenunruhen seine Entlassung. Er ist der begabteste russ. Historiker der Gegenwart. Seine Schilderungen sind lebhaft, sein Stil musterhaft, zuweilen altertümlich gefärbt. Der Panslawismus K.s gründete sich auf den Gedanken einer föderativen Gleichberechtigung der slaw. Völker. Die Mehrzahl seiner Schriften erschien gesammelt in Istoriteskija monografiji iizslédovanija (&Historische Monographien und Forschungen », 12 Bde., Petersb. 1868 u. fg.). Seine neuesten größern Schriften sind: (Russ. Geschichte in Biographiens (Bd. 1—3, Petersb. 1873 — 76), eine Monographie über Mazeppa und seine Anhängers Haarr und Abhandlungen über die Geschichte der kleinruss. Volkspoesie.