FeedKükolnik (Nestor)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kükolnik (Nestor), russ. Dichter und Novellist, geb. 1808, wurde im Lyceum Besborodko zu Njeshin erzogen, 1829 Professor am Gymnasium zu Wilna und 1843 im Kriegsministerium angestellt. Nachdem er 1857 als Wirkl. Staatsrat sich hatte pensionieren lassen, ließ er sich zu Taganrog im südl. Rußland nieder. Später kehrte K. nach Petersburg zurück, wo er 20. Dez. 1868 starb. Seine litterarische Laufbahn begann er mit der dramatischen Phantasie Torquato Tassov. Es folgten mehrere Dramen (unter anderm Knjäs Cholmskijo, eine histor. Tragödie mit Chören 1840], zu welcher Glinka die Musik schrieb) und eine Reihe von Romanen. Von 1845—46 führte K. die Redaktion der russ. Illustrierten Zeitungo und trat dann wieder mit einem histor. Trauerspiel Patkulv (1846) hervor. Seine Erzählungen aus der Zeit Peters d. Gr. zeichnen sich durch eine lebendige Auffassung der Epoche aus. Von seinen spätern Arbeiten sind das patriotische Drama „Das Flottenfest in Sewastopol » (1854 und das histor. Schauspiel Die Belagerung von Asowy (1855) zu nennen. Bei seiner romantisch angelegten Natur konnte K. mit dem Realismus der neuesten russ. Litteratur sich nicht befreunden und verlor daher allmählich die Gunst des Publikums.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 658Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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