FeedKantemir (Demetrius)
GeschichteBrockhaus 1882

Kantemir (Demetrius), Hospodar der Moldau, geb. 26. Okt. 1673, einem in der Moldau ansässigen griech. Geschlecht angehörig, wurde 1710 Hospodar der Moldau; auch versprach man ihm die Hospodarschaft der Walachei. Als die Pforte dieses Versprechen nicht löste, trat er mit Peter d. Gr. in Unterhandlung und begab sich nach Rußland. Hier wurde er in den Fürstenstand erhoben und Geheimrat; auch erhielt er bedeutende Güter in der Ukraine. K. beförderte die Gründung einer Akademie in Petersburg, begleitete auch Peter d. Gr. 1720 auf dem Zuge gegen die Perser, erkrankte aber und mußte auf seine Güter zurückkehren, wo er 23. Aug. 1723 starb. In lat. Sprache schrieb er eine «Geschichte des Wachstums und des Sinkens des Osmanischen Reichs, 1300—17115 (deutsch von Schmidt, Hamb. 1745). Konstantinos Demetrios K., des vorigen Sohn, geb. zu Konstantinopel 21. Sept. 1709, wurde, 23 J. alt, zum russ. Gesandten am Hofe zu London ernannt. Im J. 1736 ging er nach Paris, wo er sich ganz den Wissenschaften, besonders der Algebra und der Naturlehre widmete. Berühmt sind seine in russ. Sprache geschriebenen Satireno (deutsch von Spilcker, Berl. 1752), das erste von einem Laien ausgegangene bedeutende Werk in der russ. Litteratur. Er starb 11. April 1744. Um die Ausbildung der russ. Sprache erwarb er sich durch Übersetzungen große Verdienste.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 73Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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