FeedKottbus
ErdkundeBrockhaus 1882

Kottbus (wendisch Khoçebuz und Chsobuz), Kreisstadt im Regierungsbezirk Frankfurt a. O. der preuß. Provinz Brandenburg, an der Spree, ist Sitz eines Landratsamts, Land⸗ und Amtsgerichts, eines Eisenbahnbetriebsamts, Hauptsteueramts mit Packhofsniederlage, einer Handelskammer, Reichsbankstelle und einer Superintendentur, hat vier evang. Kirchen, eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium, eine höhere Töchterschule, höhere Bürgerschulen für Knaben und Mädchen, eine gewerbliche Zeichenschule, ein Krankenhaus, ein Hospital und ein Centralgefängnis und zählt (1880) 25584, mit den Vorstädten Sandow und Brunschwig 30000 meist prot. E. Die Stadt ist sehr gewerbthätig; es bestehen hier bedeutende Tuch⸗ und Bucks linfabriken ollspinnereien, eine Lem und eine Teppichfabrik, eine Spritfabrik, einen⸗ und Jutewebereien, Tabak⸗, Möbel⸗ und Maschinenfabriken, Dampfschneidemühlen, Kornbrennereien und Preßhefefabriken, Brauereien, Mälzereien, Gerbereien; auch ist der Tuch⸗, Kolonial⸗, Karpfen⸗ und Fettwarenhandel und das Speditionsgeschäft sehr ansehnlich. Preußische Staatsbahnlinien laufen von hier aus nach sieben verschiedenen Richtungen und zwar nach Berlin, Halle, Dresden, Görlitz, Sorau, Guben, Frankfurt a.O. — Stadt und Herrschaft K., schon unter den Markgrafen Otto III., Johann J. und Waldemar ein brandenb. Lehn, wurde 1445 von Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg gekauft. Als der Kurfürst 1462 die Niederlausitz gegen den Pfandschilling an Böhmen zurückgab, blieb K. ausgeschlossen, das 1807 an Sachsen und 1813 wieder an Preußen kam. Der Kreis Kottbus zählt auf 852 qkm 75 227 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 558Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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