FeedKrankenpflegerinnen
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Krankenpflegerinnen desser als Krankenwärter, geistliche Pflegerinnen besser als weltliche; auf je 10 Kranke soll durchschnittlich eine Pflegerin kommen. Endlich erheischt die Verwaltung eines jeden größern K. auch ein ziemlich umfangreiches Admi-⸗ nistrationspersonal, welchem die Okonomie (Aufsicht über die Vorräte und Materialien, Betrieb der Küche, Wäscherei, Heizung, Beleuchtung u. dgl.), das Rechnungswesen, die Buch- und Protokollführung, sowie die Kassenverwaltung obliegt und welches gleichfalls in vollem Maße seine Schuldigkeit thun muß, wenn anders das K. der leidenden Menschheit wirklich zum Segen und Nutzen gereichen soll. Zum Schluß mögen hier noch einige Angaben über die Herstellungskosten der Krankenhäuser Platz finden, die natürlich nach Art und Durchführung der Anlage, den nach Zeit und Ort wechselnden Boden⸗, Material-⸗ und Arbeitspreisen beträchtlichen Schwankungen unterliegen. Sieht man von den Kosten des Grunderwerbes, eines im allgemeinen unbestimmbaren Faktors, ab, so stellen sich gegenwärtig die Baukosten eines K. ohne Inventar (dessen Kosten etwa 1000 Mark pro Bett betragen) auf 3—4000 Mark pro Bett; so betrugen beispielsweise die Herstellungskosten (mit Ausschluß des Grundankaufs und des Inventars) der Krankenhäuser zu Osnabrück 3408, zu München 3426, zu Göttingen 3534, zu Frankfurt a. M. 4284, zu Oldenburg 5154, zu Heidelberg 5111 Mark pro Bett. Erheblich höher stellen sich allerdings die Baukosten in manchen Großstädten; so kostet das Bett im Thomas-Hospital zu London 20000 Mark, wovon etwa die Hälfte als Kosten des Bodens, im Hospital Lariboisière zu Paris 13 789 Mark, wovon 4211 Mark Kosten des Bauplatzes, im Friedrichshainer K. zu Berlin 8750 Mark, wovon 1250 Mark Bodenwert, im Israelitenhospital in Wien 4000 Fl. österr. Währung u. s. w. Was endlich die provisorischen Barackenlazarette anlangt, so sind deren Herstellungskosten nach den im Kriege 1870/71 in Deutschland gemachten Erfahrungen einschließlich der innern Einrichtung auf etwa 1000 Mark pro Bett zu veranschlagen. Litteratur. Florence Nightingale, 4Bemerkungen über Hospitälero (deutsch von Senftleben, Memel 1866); Esse, «Die Krankenhäuser, ihre Einrichtung und Verwaltung » (2. Aufl., Berl. 1868); derselbe, Das Augustahospital zu Berlin » (Berl. 1873); Gusserow, über Krankenhäuser und Gebäranstalten » (Zür. 1868); Virchow, «über Lazarette und Baracken » (Berl. 1871); Waring, «Hüttenhospitälero(deutsch von Mencke, Berl. 1872); Oppert, «Hospitäler und Wohlthätigkeitsanstalten v rißt, sind unter C aufzusuchen. 4. Aufl., Hamb. 1872); Gruber, Neuere Krankenäusero (Wien 1879); Gropius und Schmieden, „Das städtische K. Friedrichshain » (Berl. 1878); Degen, «Das K. und die Kaserne der Zukunft »fr (Münch. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 573Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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