Krassö oder Krassova, ungar. Komitat im ehemaligen Temeser Banat, jetzt mit dem frühern Szörényer Komitat gesetzlich vereinigt, als Komitat K.⸗Szörény, wird nördlich von Arad, östlich von Siebenbürgen (Komitat Hunyad) und Rumänien und westlich von Temes begrenzt; im Süden grenzt es entlang der Donau an das Königreich Serbien. Es hat einen Flächenraum von 9301 qkm mit einer Bevölkerung (1880) von 381304 Seelen. Mit Ausnahme der an den Temes- und Krassoö-Ufern gelegenen Landstriche durchgehends gebirgig, steht K. zwar an Fruchtbarkeit den benachbarten Komitaten nach, gehört aber noch immer zu den fruchtbarsten Strecken Ungarns. Das Hauptprodukt ist der Mais, außerdem baut man Wein und viel Obst, namentlich aber Zwetschen, die man hauptsächlich zum Branntweinbrennen verwendet. Sehr bedeutend ist das Ergebnis an Silber und Kupfer, minder an Eisen; der zu Szäszka gebrochene Marmor kann an weißer Farbe und Reinheit mit dem carrarischen wetteifern. K.s Hauptreichtum besteht aber in seinen großen Steinkohlenlagern, namentlich zu Steyerdorf bei Orawicza. Die Bevölkerung, der Nationalität nach meist Walachen (78,35 Proz.), gehört der Konfession nach überwiegend zur griech.⸗oriental. (77,58 Proz.) Kirche; außerdem gibt es röm. (16,28 Proz.) und griech. (4,35 Proz.) Katholiken. Handel und Gewerbe sind wenig bedeutend. Außer Erzeugnissen des Bergbaues führt man Holz, Zwetschenbranntwein, Obst und rohes Leder aus. Die Ausfuhr geschieht meist auf dem Begakanal. Hauptort des Komitats ist der Marktflecken Lugos (s. d.).