FeedKredulität (lat.) Leichtgläubigkeit
VerkehrBrockhaus 1882

Kredulität (lat.) Leichtgläubigkeit, aber auch Gläubigkeit, daher Kredulitätseid, soviel wie Glaubenseid. Krefeld oder Crefeld, kreiseximierte Fabrik- und Handelsstadt im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, liegt 6 km westlich vom Rhein, mit dem der projektierte Rhein-Maas-Kanal Verbindung herstellen soll, in einer flachen, wohlangebauten, stark bevölkerten Ebene, Station der Linien Neuß-Kleve-Zevenaar, K.⸗ Rheydt, K.⸗Hochfeld und München-AnostCraralitn der Preußischen Staatsbahnen und ist Centralstation der Krefelder Industrie-Eisenbahn, welche die nahegelegenen, meist von Webern bewohnten Orte mit K. in Verbindung setzt, sowie der krefelder Straßen-und Lokalbahnen, welche die Stadt mit den Ortschaften Hüls, Fischeln, Bockum und der Hafenstadt ürdingen verbinden und teils mit Dampf, teils mit Pferden betrieben werden. Die Stadt ist Sitz des Landratsamts für den Landkreis K., eines Amtsgerichts nebst Kammer für Handelssachen und Strafkammer, der Direktion der Krefelder Eisenbahn und zählt (1880) 73872 E. gegen 25897 im J. 1840. K. ist eine der schönsten Städte der Rheinlande und macht mit größtenteils modernen Häusern, meist breiten, geraden, sich rechtwinkelig kreuzenden Straßen, schönen Baumgängen und Anlagen einen sehr freundlichen Eindruck. Auf einem der zahlreichen öffentlichen Plätze erhebt sich zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871 eine in Bronze gegossene Germania-Statue von Walger und in den Anlagen das Denkmal Karl Wilhelms, des Komponisten der „Wacht am Rheinv. Die Katholiken (54317, worunter 1200 Altkatholiken) haben drei, die Evangelischen (17916) zwei, und die Mennoniten eine Kirche, die Israeliten (1532) eine Synagoge. Der Rathaussaal enthält einen Cyklus von vier großen und mehrern kleinern Wandgemälden (Befreiung Deutschlands vom Römerjoch unter Armin) von P. Janssen. Von höhern Unterrichtsanstalten bestehen ein Gymnasium, ein Realgymnasium, eine Realschule, die königl. Webeschule, eine höhere miep derilidtt eine Bürger-Mädchenschule. Den unter der städtischen Armenverwaltung stehenden Kranken⸗ und Wohlthätigkeitsanstalten und einigen andern gemeinnützigen Einrichtungen ist ein Vermächtnis des 1863 zu K. gestorbenen Rentiers C. de Greiff, dem die Stadt eine Ehrensäule gesetzt hat, im Betrage von 458000 Thlrn. zugefallen. K. ist der Hauptsitz der deutschen Seidenindustrie, welche hier durch die im 17. und 18. Jahrh. aus den Nachbarstaaten vertriebenen Reformierten und Mennoniten gegründet worden ist, und der mit ihr verknüpften Seidenfärberei. über 140 größere und kleinere Fabriken, die etwa 35000 Webstühle in der Stadt und ihrer Umgebung beschäftigen, versenden ihre verschiedenartigen Seidenstoffe, Samte und Samtbänder mit einem jährlichen Umschlage von 80 bis 85 Mill. Mark bis in die fernsten Teile der Erde. Die Seidentrocknungsanstalt zu K. konditioniert jährlich etwa 500000 kg Rohseide. Nicht unerheblich ist auch der Handel in Chappe, Baumwolle, Farb⸗ und Kolonialwaren, Steinkohlen, den in K. selbst fabrizierten Maschinen, Chemikalien und Strumpfwaren. Industrie und Handel fördern eine Handelskammer und eine Reichsbankstelle. K. wird urkundlich zuerst 1166 und seit etwa dem 13. Jahrh. als ein 1361 durch Kaiser Karl IV. mit Markt⸗ und 1373 mit Stadtrechten ausgestatteter Allodialbesitz der Grafen von Mörs vielfach genannt. Nach dem Aussterben der Grafen (1600) siel der Ort mit der Grafschaft Mörs an den Prinzen Moritz von Nassau-Oranien, der ihn auf seine Nachfolger vererbte, bis er nach dem Tode Wilhelms III. (1702), Königs von England, an die Krone Preußen gelangte. Mit Ausnahme der Jahre der franz. Herrschaft (1794—1814) ist es seitdem bei Preußen verblieben. Am 23. Juni 1758 erfocht Herzog Ferdinand von Braunschweig bei K. über die Franzosen unter Graf Clermont einen Sieg, zu dessen Andenken 1858 auf dem Schlachtfelde ein Denkmal errichtet wurde. Vgl. Keussen, „Die Stadt und Herrlichkeit K.v (Krefeld 1859). Der Landkreis Krefeld zählt auf 165 akm (1880) 31749 überwiegend kath. E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 590Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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