FeedKrementz (Phil.)
ReligionBrockhaus 1882

Krementz (Phil.), Bischof von Ermland, geb. zu Koblenz 1. Dez. 1819, studierte in Bonn, München und Trier. Im J. 1842 zum Priester geweiht, gewann K. als Kaplan an der Kastorkirche zu Koblenz durch seine 5b einen großen Kreis von Zuhörern, weshalb er, nach kurzer Wirksamkeit als Lant an der Ritterakademie zu Bedburg, zum Dechanten und 1848 zum Pfarrer an dieser Kirche gewählt ward. Im J. 1867 erfolgte seine Erhebung zum Bischof von Ermland. Hier trat er mit mehrern Neuerungen im Sinne der päpstlichen Partei hervor, besonders mit der Abschaffung der deutschen Sprache bei der Spendung des Sakraments. Auf dem Vatikanischen Konzil gehörte K. der Opposition an, unterwarf sich aber hernach und verkündigte das neue Dogma in seiner Diöcese. Im J. 1872 sprach er über Professor Michelis und Dr. Wollmann in Braunsberg wegen Nichtanerkennung der päpstlichen Unfehlbarkeit die Exkommunikation aus. Am 25. Sept. 1872 ward die Temporaliensperre gegen K. ausgesprochen und trotz seiner Klage gegen den Fiskus 1873 vom Obertribunal bestätigt. Durch Beschluß des preuß. Ministeriums traten mit dem 1. Okt. 1883 die gesperrten Staatsleistungen wieder ein. Als theol. Schriftsteller ist K. bekannt durch „Die Stadt auf dem Berges (Kobl. 1861), «Israel, Vorbild der Kircher (Mainz 1865), Das Evangelium im Buche Genesiso (Kobl. 1867), «Das Leben Jesuv (Freiburg i. Br. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 596Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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