Kaiserfeld (Mor., Edler von), österr. Staatsmann, geb. 24. Jan. 1811 zu Pettau in Steiermark, studierte in Graz die Rechtswissenschaften und widmete sich dann der Verwaltung seines Gutes Birkenfeld. Nachdem er 1848 Mitglied des provisorischen Landtags von Steiermark gewesen war, wurde er im Jan. 1849 von der Stadt Graz in das Parlament nach Frankfurt gewählt, beteiligte sich jedoch hier niemals an der Debatte. Nach seiner Rückkehr trat er in den provisorischen Landesausschuß, verblieb in demselben aber nur so lange, bis die Reaktion jede gedeihliche Entwickelung vereitelte, und wirkte dann nur noch durch die Presse. Seit 1861 beteiligte sich K. wieder am polit. Leben, war im Reichsrate Führer der Autonomisten und trat 1865 für die dualistische Staatsform ein. Während der Periode der Verfassungssistierung durch Beleredi eröffnete K. als Berichterstatter im steiermärk. Landtage den Adressensturm der sämtlichen deutschen Landtage gegen die Sistierungspatente. Im J. 1867 wurde K., welcher sich stets als ein tüchtiger Redner ausgezeichnet hatte, in die Ausgleichsdeputation gewählt und im Verfassungsausschusse Mitglied eines Subkomitee, aus dessen Mitte die Entwürfe zu den verschiedenen emißt, sind unter C aufzusuchen. Staatsgrundgesetzen hervorgingen. Nach der Ernennung des ersten parlamentarischen Ministeriums (30. Dez. 1867) wurde K. der erste gewählte Präsident des Abgeordnetenhauses, zugleich aber auch in die erste Delegation und hier neben Auersperg zum Vizepräsidenten erwählt. In der Session 1869 —70 war er abermals Präsident des Abgeordnetenhauses. In den J. 1870 und 1871 wurde der in seiner großen Majorität deutsche und verfassungstreue Landtag Steiermarks H— und K. zum Landeshauptmann ernannt. eit 1872 ist K. lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses. In dieser Versammlung trat K. wenig hervor, desto mehr widmete er sich als Landeshauptmann und Obmann des Landesausschusses der Verwaltung Steiermarks, soweit diese der autonomen Behörde unterstand. Auch später unter dem Ministerium Taaffe blieb K. Landeshauptmann bis zum Juni 1884, wo er das Amt niederlegte und sich ins Privatleben zurückzog. (Franzensbad (s. d.).