Kremnuitz (ungar. Körmöcz bänya), Stadt im ungar. Komitat Bars, in einem tiefen Thale an der Linie Hatvan-Ruttek der Ungarischen Staatsbahnen gelegen, ist eine alte königl. Freistadt und sehr bedeutende Bergstadt, die (1880) 8550 E. zählt, meist deutscher Nationalität (74,2 Proz.), außerdem noch Slowaken (22,2 Proz.) und Mayaren (3½2 Proz.). Die bemerkenswertesten Gebäude sind: das Kastell, die mit Gold und Malereien gezierte Stadtpfarrkirche, das 1634 gegründete Franziskanerkloster, das Bergmannsspital, die evang. Kirche, die Münze, das Stadthaus und das Schloß des Primas. Erwähnenswert ist auch der Springbrunnen und der große Kanal, der jedes Haus mit frischem Quellwasser versorgt. K. ist der Sitz einer k. k. Berg⸗ und einer Hüttenverwaltung, eines Münz⸗ und eines Forstamts und hat ein Gymnasium, eine Sparkasse, zwei Papierfabriken, eine Steingutfabrik u. s. w. Der Bergbau, dem K. seine Bedeutung verdankt, geht auf Gold («Kremnitzer Dukateno) und Silber und ist noch immer sehr ergiebig; seine sämtlichen Betriebswerke werden durch einen Kanal in Bewegung gesetzt, der vom Turöezer Komitat hierher geleitet wurde. Zur Ableitung des Wassers in den Minen wurde 1851—52 ein zur Gran führender 15 km langer Tunnel gebaut. K. wird urkundlich zuerst 1295 genannt, seit 1323 ist es Sitz der königl. Kammergrafen, seit 1328 königl. Freistadt und Vorort über alle niederungar. Bergstädte. Die Deutschen in K. genossen das Kuttenberger Bergrecht.