FeedKrestovik (spr. Krestowitsch, Gabriel)
ErdkundeBrockhaus 1882

Krestovik (spr. Krestowitsch, Gabriel), bei den Türken nach seinem Vornamen Gavril genannt, Generalgouverneur (türk.«Walye) der autonomen Provinz Ostrumelien, geb. um 1822 in dem ostrumelischen Städtchen Kotel, bulgar. Abstammung, wurde in die Familie Stefanaki Beis, des Vaters des spätern Aleko Pascha, aufgenommen und zum höhern türk. Beamtendienst im Hause seines Pflegevaters zu Arnaut-Köi, einem Dorfe am europ. Ufer des Bosporus, vorgebildet. Er studierte dann in Paris die Rechte, wurde hierauf in Konstantinopel Beisitzer (Assessor) am Handelsgericht und begleitete anach, als sein Pflegevater zum Generalgouverneur von Samos ernannt worden war, diesen als ekretär nach Samos. Später war er viele Jahre Wäcrend des Handelsgerichts in Konstantinopel. Während einiger Zeit Redacteur der Blgarsky Knizicis, machte er auch die bulgar. Kirchenfrage zum Gegenstand seiner schriftstellerischen Arbeiten und gab (1869—71) eine bulgar. Geschichte (lstorija blgarskay) heraus, von der bisher ein Band erschienen ist. Bei Errichtung der autonomen Provinz Ostrumelien wurde K. (1878/79) zum Chef des Departements des Innern und zum Generalsekretär, und im Mai 1884 an Aleko Paschas Stelle zum Generalgouverneur ernannt. —

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 599Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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