Kreuzherren, Kreuzträger oder Kreuzorden nannten sich ursprünglich die Glieder eines geistlichen Ritterordens, der in der Zeit der Kreuzzüge in Palästina entstand und damals der Bethlehemitische Orden hieß, seit dem Anfange des 13. Jahrh. aber nach Österreich, Böhmen, Mähren, Polen und Schlesien übersiedelte, zum Klosterleben überging, den regulierten Chorherren beitrat und dem Hospitaldienste wie der Seelsorge sich widmete. Papst Gregor IX. bestätigte den Orden 1238. Als Abzeichen trägt der Großmeister mit den Ordensobern ein Malteserkreuz mit roter Emaille oder roten Steinen; bei den Ordensgliedern ist das Kreuz von rotem Atlas mit einem sechseckigen Stern darunter. Daher heißen die K. auch Sternträger (stelliteri) oder K. mit dem roten Stern. Noch jetzt sind die K. Besitzer ansehnlicher Pfründen in Böhmen und bekleiden meist Kirchenämter und Professuren an der Universität zu Prag. Hier wohnt auch der Ordensgroßmeister, der in Böhmen als der erste Prälat unter den regulierten Klerikern gilt. Die Mitgliederzahl beträgt 60—70.