Kroatische Sprache heißt im historischen und sprachwissenschaftlich richtigen Sinne der westl. Dialekt (oder die westl. Dialektgruppe) des serbokroat. Zweigs der slaw. Sprachfamilie. Die Sprachgrenzen sind ungefähr: im Norden die Kulpa bis zur Einmündung in die Save, dann dieser Fluß bis zur Mündung der Vrbas; im Osten der Vrbas und eine Linie von Jajce am Vrbas bis an das Ostende der Insel Curzola; im Westen das Adriatische Meer mit Einschluß der Quarnerischen und Dalmatinischen Inseln. Außerdem heddit hierher die Ostküste von Istrien und der westl. Teil von Slawonien, etwa bis Vukovar. Ein Hauptunterschied vom Serbischen besteht darin, daß wo dieses je oder ije (im südlichen, herzegowiner Dialekt) hat, das Kroatische i einsetzt, z. B. pjevati (singen), kroat. pivati; rijes (Wort), kroat. ris. Wegen dieser Eigentümlichkeit bezeichnet man das Kroatische auch als IKarstina (J-Dialekt), zuweilen, indes unrichtig, nennt man das Kroatische auch Cakavstina (Ca-Dialekt, weil in einigen Gegenden das Fragepronomen «waso da heißt, gegen-Über dem serb. sto). Von diesem eigentlich Kroatischen ist zu unterscheiden die Sprache der Bewohner des gewöhnlich sog. Kroatien, des Landes zwischen Kulpa und Drava (Provinzialkroatien), diese steht dem Slowenischen näher, bildet den Übergang vom Serbo-Kroatischen zum Slowenischen und wird als Kajkavstina bezeichnet (von kaj = 4was o); vielfach versteht man unter ckroatischr kurzweg auch diesen Dialekt. Militärgrenze.