FeedKübeck
GeschichteBrockhaus 1882

Kübeck (Karl Friedr., Freiherr von K. zu Kübau), österr. Staatsmann, geb. 28. Okt. 1780 zu Iglau in Mähren, war erst in der Hofkanzlei thätig, wurde 1814 in den Staatsrat berufen und mit der Organisation der wiedererworbenen österr. Provinzen betraut, später zum Wirkl. Staats⸗ und Konferenzrat ernannt und in den Freiherrenstand erhoben. Nachdem er 1839 Präsident des General-Rechnungsdirektoriums und ein Jahr nachher Präsident der Allgemeinen Hofkammer geworden, begann K. mit dem Versuche, vieljährige Schäden und Mißbräuche zu beseitigen, was ihm freilich nur bei einer Radikalreform hätte gelingen können. Infolge der Ereignisse von 1848 nahm K. seinen Abschied, übernahm jedoch 1849 mit Schönhals die Vertretung Osterreichs bei der interimistischen Bundeskommission und wurde 1851 Präsident des neugeschaffenen Reichsrats. Er starb an der Cholera 11. Sept. 1855 zu Hadersdorf bei Wien. Sein Bruder Aloys, Freiherr von K. zu Kübau, geb. 19. Juni 1787, starb als Wirkl. Hofrat bei der Hofkanzlei 10. Juni 1850. Von dessen Söhnen widmete sich Aloys Karl von K., Freiherr zu Kübau, (geb. 29. Dez. 1819) der diplomatischen Laufbahn und war Legationssekretär bei der österr. Gesandtschaft in London. Später erfolgte seine Ernennung zum k. k. Wirkl. Gubernialrat. Seit Ende Mai 1859 war er bevollmächtigter Minister und Präsidialgesandter am Deutschen Bundestage und nach dessen Auflösung Vertreter Osterreichs am Hofe Victor Emanuels. R. Mai 1872 zum österr. Botschafter beim päpstl. Stuhle ernannt, starb er in Graz 14. Mai 1873.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 649Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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