Kuhn (Franz, Freiherr von Kuhnenfeld), österr. Feldzeugmeister und kommandierender General, geb. 15. Juli 1817 zu Proßnitz in Mähren, trat 1837 in den Militärdienst und gehörte als Major während der Kämpfe von 1848 und 1849 in Italien und Ungarn dem Generalquartiermeisterstabe an. Hierauf war K. mehrere Jahre Generalstabschef beim 11. Armeekorps in Ungarn. Inzwischen war K. in den Freiherrenstand erhoben, 1853 59 zum Oberstlieutenant und Oberst befördert und 1856 als Professor der Strategie an die Kriegsschule zu Wien berufen. Als Generalstabschef des Feldzeugmeisters Gyulai machte er den ital. Feldzug 1859 mit. Nach Beendigung des Kriegs wurde ihm das Kommando des 17. Infanterieregiments und später als Oberst das über eine Truppenbrigade zu Trient zuteil, welches er auch noch als Generalmajor und bis 1866 behielt, in welchem Jahre ihm als Kommandanten in Tirol die selbständige Leitung der Verteidigung desselben gegen die Italiener mit Erfolg überlassen wurde; hierauf erfolgte seine Beförderung zum Feldmarschalllieutenant. Nach dem Rücktritt Johns wurde K. 18. Jan. 1868 zum Reichskriegsminister berufen, in welcher schwierigen Stellung er wesentlich zur Konsolidierung des na dem Kriege von 1866 stark erschütterten Reichs beitrug, indem er die Einheit des stehenden Heers rettete, dem Landwehrinstitut einen großen Aufschwung gab und überhaupt der bewaffneten Macht eine den modernen Anforderungen entsprechende Organisation verlieh. Im J. 1873 wurde K. zum Feldzeugmeister befördert. Am 14. Juni 1874 wurde K. seiner Stellung als Reichskriegsminister enthoben und zum Generalkommandanten von Steiermark, Kärnten und Krain ernannt. Als Schriftsteller machte sich K. durch ein größeres Werk: «Der Gebirgskriego (Wien 1870), bekannt.