FeedKulmbach oder Culmbach
ErdkundeBrockhaus 1882

Kulmbach oder Culmbach, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, 18 km nordwestlich von Bayreuth in malerischer Gegend am Weißen Main und an der Linie München-Bamberg-Hof der Bayrischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Bezirksamts und Amtsgerichts, hat eine vollständige Lateinschule, eine höhere Töchterschule, eine gewerbliche Fortbildungsschule und eine Präparandenschule und zählt (1880) 5815 meist prot. E., deren Haupterwerbszweig die Bierbrauerei ist. Das weithin, selbst bis nach Amerika und Australien exportierte kulmbacher Bier wird in 18 Brauhäusern produziert. Jährlich gelangen 250000 hl zur Ausfuhr. Außerdem bestehen zu K. mehrere Leinenwarenfabriken, Plüschfabriken, bedeutende Ziegeleien, Färbereien und eine große mechan. Baumwollspinnerei mit 30000 Spindeln. In der Nähe der Stadt erhebt sich die ehemalige Bergfeste Plassenburg, welche 1806 durch Kapitulation in die Hände der Franzosen kam und 1807 geschleift wurde. Gegenwärtig dient die Feste als Zuchthaus für Männer. An der Stelle der ehemaligen og. Hohen Bastei ist 1864—65 ein Zellengefängnis erbaut worden. Die Plassenburg war seit 1398 die Residenz der Markgrafen von Brandenburg-K., bis Fürst Christian 1595 dieselbe nach Bayreuth verlegte, worauf sich die Markgrafen nach dieser Stadt benannten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 661Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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