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ErdkundeBrockhaus 1882

Wertheim, Stadt im Kreise Mosbach des Großherzogtums Baden, Hauptort der ehemaligen Grafschaft W., an der Mündung der Tauber in den Main und am Fuße eines bewaldeten Bergs schön gelegen, Station der Linien Lauda-W. der Badischen und Lohr-W. der Bayrischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts und hat ein 1604 errichtetes Gymnasium, eine Gewerbeschule, eine höhere Töchterschule, eine im 14. Jahrh. erbaute, jetzt evang. Kirche mit den Grabmälern der Grafen von W. und Löwenstein, eine kath. Kirche und zwei fürstl. Schlösser, in deren einem der Fürst heimer Wein ist ein bekannter Frankenwein, dessen bessere Sorten am Main, auf dem Remberg und der Wettenburg wachsen. Der Stadt gegenüber liegt am rechten Ufer des Main der bayr. Marktflecken Kreuzwertheim, mit einem Schlosse und 800 E., die Feld⸗, Obst⸗ und Weinbau treiben. Unweit von W. liegt das Schloß Brombach oder Bronnbach, ein ehemaliges Cistercienserkloster, das 1802 aufgehoben und zu den Entschädigungen des Fürsten von Löwenstein-W. gezogen wurde, jetzt Okonomiegut mit Brauerei. Von 1856 bis 1866 lebte daselbst Dom Miguel, Exkönig von Portugal, dessen Witwe Herzogin von Braganza daselbst noch ihren Wohnsitz hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 564Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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