Kumunduros (Alexander), neugriech. Staatsmann, geb. 1814 in Lakonien, studierte in Athen, praktizierte dann zuerst als Advokat in Messenien, und wurde später daselbst zum Staatsanwaltsubstituten ernannt. Im J. 1850 zum Deputierten erwählt, zeichnete er sich bald durch sein Rednertalent aus, sodaß er 1855 zum Kammerpräsidenten gewählt wurde. Im J. 1856 wurde er Finanzminister. Nachdem er sich an der Revolution von 1862 beteiligt, wurde er bei der Bildung der ersten revolutionären Regierung mit dem Justizportefeuille betraut, war dann unter Kanaris zweimal (1863 und 1865) Minister des Innern und wurde 14. März 1865 zum ersten male Ministerpräsident, welche Stellung er seitdem wiederholt bekleidete. Seiner Initiative sind die meisten neuen Verwaltungs⸗ und Finanzgesetze des Landes zu verdanken. In seinem letzten Ministerium (25. Okt. 1880 bis 15. März 1882) hatte K. den endgültigen Beschluß der Großmächte hinsichtlich der griech. Grenzfrage anzunehmen und die Annexion von Thessalien und eines kleinen Teils von Epirus zu verwirklichen. Die nach Auflösung der Kammer neu gewählten thessalischen Deputierten stimmten infolge der Agitationen der Kriegspartei, welche mit der Griechenland bewilligten Landesvergrößerung nicht zufrieden war, sämtlich gegen K. Politik. K. trat zurück und starb 7. März 1883.