Kolettis (Joannis), namhafter neugriech. Staatsmann, geb. 1788 zu Syrakos bei Janina, Hudierte in Italien die Arzneiwissenschaft, die er späterhin in seiner Heimat ausübte. Frühzeitig in die Hetärie eingetreten, war K. 1821 der erste, der in seiner Vaterstadt die Fahne des Aufstandes erhob, begab sich aber bald nach dem Peloponnes und wurde zum Kriegsminister ernannt, später zum Exarch von Euböa, wo er bei Karystos einen Sieg über die Türken davontrug, und 7. Dez. 1823 zum Mitglied des Vollziehungsrats (d. i. der Regierung). Nach der Wahl J. Kapodistrias' zum Präsidenten Griechenlands wurde K. Mitglied des Panhellenion und nach der Ermordung des Präsidenten (9. Okt. 1831) Mitglied der provisorischen Regierungskommission, dann auch in die Siebener-Kommission gewählt, welche bis zur Ankunft der bayr. Regentschaft die Regierung Griechenlands führte. K. wurde von König Otto 1833 zum Minister des Innern und zum Präsidenten des Kabinetts ernannt und ging 1835 als Gesandter nach Paris, von wo 80 die Ereignisse des J. 1843 abriefen, in deren Folge er an die Spitze des Ministeriums des Außern und des 18. Aug. 1844 gebildeten Ministerrats selbst gelangte. In letzterer Stellung hielt er sich bis zu seinem Tode 12. Sept. 1847. (S. Griechenland.)