Kupferacetat, essigsaures Kupferoxyd, s. Grünspan. Die technischen Anwendungen des K. sind mannigfaltig. Zu Gußware taugt es im ungemischten Zustande nicht, weil es leicht undicht (blasig) wird; aber man fertigt daraus Blech und Draht, schmiedet davon Kessel, prägt es zu Münzen u. s. w. Noch wichtiger wird es indessen durch die sehr wertvollen Legierungen, welche es durch Zusammenschmelzen mit andern Metallen bildet, und worunter das Messing und Tombak(K. mit Zint), die verschiedenen Arten Bronze (teils K. mit Zinn, teils mit Zinn und Zink, mitunter auch noch Phosphor enthaltend und dann Phosphorbronze (s. unter Bronze] bildend), das Neusilber oder Argentan (K. mit Zink und Nickel) als die bedeutendsten hervortreten, während auch die Versetzung des Arbeitssilbers und Arbeitsgoldes mit K. eine große Rolle spielt. (S. Kupferlegierungen und Legierungen.) „Unter den chem. Verbindungen des K. sind zunächst jene mit Sauerstoff, das Kupferoxydul von roter und das Kupferoyyd von schwarzer Farbe, zu erwähnen. Ersteres färbt die Glasflüsse purpurrot, letzteres grün, und beide finden deshalb bei der Fabrikation farbiger Gläser, in der Emailmalerei, das Oxyd auch zum Grünfärben der Töpferglasur Anwendung. Die Zusammensetzungen des Kupferoxyds mit Säuren (die Kupferoxydsalze) sind sämtlich von entschiedener und oft sehr schöner Färbung, meist grün oder blau. Am wichtigsten unter denselben ist der Kupfervitriol (das schwefelsaure Kupferoxyd), welcher in den sog. Cementwässern aufgelöst in der Natur vorkommt, sonst fabrikmäßig in Menge bereitet wird und durch seine Zersetzung mittels des elektrischen Stroms, wobei sich K. in reinster metallischer Gestalt abscheidet, das Material zur Galvanoplastik (J. d.) liefert. Verschiedene Arten des essigsauren Kupferoxyds kommen als Grünspan (s. d.) zur Anwendung. Das Bergblau und das Berggrün sind kohlensaures Kupferoxyd; das Schweinfurtergrün besteht aus einer Verbindung von essigsaurem und arsensaurem Kupferoxyd. Das Bremerblau oder Bremergrün dagegen ist kein Kupfersalz, sondern wasserhaltiges Kupferoxyd (Kupferoxydhydrat). Das metallische K. wird von starken Säuren oxydiert und aufgelöst, von Salpetersäure äußerst heftig, von konzentrierter Schwefelsäure jedoch nur im Kochen. Schwächere Säuren, so namentlich die Pflanzensäuren (3z. B. Essig) greifen es unter Mitwirkung der atmosphärischen Luft an, welche den Sauerstoff zu dessen Oxydation hergibt. Man muß es daher vermeiden, Speisen in kupfernen Gefäßen stehen zu lassen, oder besser die kupfernen Küchengeschirre verzinnen, da alle Kupferverbindungen giftig sind. Mehrere Kupferoxydsalze werden als Arzneimittel gebraucht. Vgl. Bischoff, Das K. und seine Legierungend (Berl. 1865): ferner die Hand⸗ und Lehrbücher der Metallurgie von J. Percy lin deutscher Bearbeitung von Fr. Knapp), Th. Richter, A. Ledebur, C. Stölzel, Br. Kerl. [gen 11), und Grünspan.