Grünspan oder Spangrün (Aerugo) besteht aus basischen Verbindungen des Kupferoxyds mit Essigsäure, die man in südl. weinproduzierenden Ländern, z. B. in Grenoble und Montpellier im südl. Frankreich durch Schichten der Weintrester mit metallischem Kupfer darstellt. Durch die Einwirkung der in den Trestern enthaltenen Essigsäure auf das Kupfer bildet sich der G. Er erscheint im Handel als eine grüne oder grünlichblaue Masse, in der häufig Reste der Trauben und Kämme enthalten sind. Man benutzt ihn als Farbematerial. Der krystallisierte Grünspan besteht aus neutralem, essigsaurem Kupferoryd und wird erhalten, wenn man den französischen G. in Essig auflöst und krystallisieren läßt. Der grüne überzug, der sich auf kupfernen oder messingenen Gefäßen bildet und im gewöhnlichen Leben oft G. genannt wird, ist kein essigsaures, sondern kohlensaures Kupferoxyd. Alle Arten G. sind starke Gifte. Der eigentliche G. findet Anwendung als Öl- und Wasserfarbe, zur Bereitung grüner Kupferfarben, in der Färberei und Zeugdruckerei, beim Vergolden und früher auch zur Darstellung der Essigsäure.