FeedLabradorstein
NaturlehreBrockhaus 1882

Labradorstein oder Labradorit ist ein Mineral, welches zu der Familie der Feldspate gehört und innerhalb derselben ein triklines, Kalk und Natron enthaltendes Glied darstellt, welches nur selten deutlich krystallisiert ist, meist in blätterigen Massen und derb vorkommt und auf der Fläche der besten Spaltbarkeit eine feine, durch vielfache Aneinanderwachsung von Zwillingslamellen hervorgebrachte Streifung zeigt. Gewisse Varietäten, z. B. diejenigen von der Paulsinsel an der Küste von Labrador (daher der Name), aus dem Gouvernement Kiew befitzen auf der brachydiagonalen Spaltungsfläche einen prächtigen Farbenschiller in blau, gelb, rot, grün und violett (was zum Teil durch eingewachsene, mikroskopische fremde Krystalle erzeugt wird); diese werden vielfach zu Ring⸗ und Nadelsteinen, zu Stockknöpfen, Dosen, Uhrgehäusen etc. verarbeitet. Nicht farbenwandelnder, weißer oder grauer L. ist ein häufiger krystallinischer Gemengteil in Dioriten, Diabasen, Gabbros, Basalten, Laven, sowie in Porphyren von meist schmutziggrüner Grundmasse, die alsdann Labradorporphyr heißen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 726Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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