Lachaise (Francois de), franz. Jesuit und Beichtvater Ludwigs XIV., geb. 25. Aug. 1624 auf Schloß Air (Forez), ward im Kollegium von Roanne erzogen, trat in den Orden der Jesuiten, studierte in Lyon und ward dann Lehrer der Philosophie in Lyon. Nach einer kurzen Zwischenzeit als Rektor in Grenoble, ward er zum Ordensprovinzial in Lyon befördert und kam von hier 1675 als Beichtvater des Königs an den Hof. Er benutzte seinen Einfluß, der durch das Decernat für die Ernennung zu den geistlichen Würden verdoppelt wurde, um die bis dahin allmächtige Montespan zu stürzen,‚ und war dann ein eifriger Beförderer des Verhältnisses Ludwigs zu der Maintenon. Ludwig schenkte ihm in 1945 9.; Angelegenheiten unbedingtes Vertrauen, das L. zur Förderung huan Ordens, besonders der Missionen und Erziehungsanstalten benutzte. Mit der Schärfung der Gegensätze ward ihm aber seine vermittelnde Richtung gefährlich: die Protestanten nannten ihn den Hauptanstifter der Aufhebung des Edikts von Nantes; die Jansenisten griffen ihn als Feind ihrer Ansichten an; in dem Streite zwischen Fenélon und Bossuet zeigte er zu seinem Schaden jenem Wohlwollen. Dennoch hielt er sich bis zuletzt in der Gunst des Königs. Dieser schenkte ihm 1705 in der Nähe von Paris auf dem Abhange der Anhöhe das Landhaus Mont-Louis, dessen Anlagen er beträchtlich erweiterte und verschönerte. L. starb 10. Jan. 1709. Man besitzt von ihm philos., theol. und numismat. Arbeiten. Nach L.s Tode wurde das Landhaus nebst Zubehör Besitztum der Jesuiten des Profeßhauses, und mit der Aufhebung des Ordens kam es 1763 an wen Pere, Privateigentümer, behielt jedoch den Namen Pere-Lachaise, der auch auf den Friedhof überging, in welchen es 1804 umgewandelt wurde. Aus hügeligen Terrains gebildet, welche nordöstlich die Stadt Paris beherrschen, ist dieser berühmte Friedhof sehr malerisch gelegen, umfaßt einen Fläenraum von 44 ha und hat mit seinen gesandeten egen, Hmer Alleen, Gebüschen und Blumenbeeten noch immer einigermaßen das Aussehen eines Gartens. Schriftsteller, Schauspieler, Musiker, Dichter, Gelehrte, Staatsmänner, kurz die verschiedenartigsten Berühmtheiten ruhen hier. Man zählt über 40000 Grabdenkmäler und Separatgrüfte. Die prachtvollsten Monumente sind die des Generals oy und Casimir Periers, ferner die Mausoleen der Marschälle Suchet, Lefebvre, Davoust Massena, Kellermann, des Lord Seymour, der Gräfin und eines Prinzen Demidow, des Herzogs von Morny, des Herzogs von Walewfki, des Präsidenten Thiers u. s. w. Ein aus der Kirche des Paraklet hierher versetztes got. Denkmal enthält die Asche Abälards und Heloihenz. Vom 25. bis 27. Mai 1871 war der Friedhof der Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen den hier verbarrikadierten Communards und den Regierungstruppen, welche letztere erst nach einem heftigen Bombardement durch die Batterien auf dem Montmartre den Eintritt erzwangen.