Fontanes (Louis de), franz. Dichter und Staatsmann, geb. 6. März 1757 zu Niort, stammte aus einer alten prot. Familie in Languedoc. Nach Vollendung seiner Studien ging er nach Paris, wo er sich durch seine Gedichte La forét de Navarrep (Par. 1778), Le vergero (Par. 1788; neue Aufl. 1823) und La Chartreuseo, sowie durch die metrische übersetzung von Popes Essay on manv (Par. 1783) und die Nachahmung von Grays berühmter «Elegie auf einem Kirchhofer unter dem Titel Le jour des morts dans une campagnev (neue Aufl., Par. 1823) bald einen Namen erwarb. Im J. 1794 wurde er Professor der Centralschule, 1795 Mitglied des Instituts und lebte, nach dem 18. Fructidor geächtet, in Hamburg, dann in London, wo er sich mit Chäteaubriand aufs engste verband. Nach dem 18. Brumaire kehrte er wieder in sein Vaterland zurück und wurde Mitglied, 1804 Präsident des Gesetzgebenden Körpers. Auch wurde er von neuem in das Institut aufgenommen und sodann zum Großmeister der Universität, d. h. um Vorsteher des gesamten Erziehungswesens in Frankreich ernannt und kam 1810 in den Senat. Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Pair und zum Marquis und später zum Vizepräsidenten der Akademie; auch wurde er Präsident der Société des bonnes lettres, deren Zweck es war, der Verbreitung liberaler Ideen entgegenzuarbeiten. F. starb 17. März 1821. Sein Gedicht „La Grece sauvées blieb unbeendet. F. Schriften, Muster der Korrekt-⸗ — und Eleganz, wurden gesammelt von Sainteeuve (2 Bde., Par. 1837) herausgegeben.