Lacordaire (Henri Dominique), berühmter franz. Kanzelredner, geb. 12. Mai 1802 zu Receyur-Ource (Depart. Cöte-d'Or), studierte die Rechte u Dijon, ging 1822 nach Paris, wurde Advokat ind erregte dort Aufmerksamkeit durch seine rederische Gewandtheit. Der Abbé Gerbet bekehrte den jungen Voltairianer zum eifrigen kath. Christen. Im J. 1827 als Priester geweiht, wurde er, als zamennais im Verein mit Montalembert das denokratisch-ultramontane Journal«L'Aveniry grünete, Hauptmitarbeiter desselben und war einer von den Abgeordneten, die sich 1831 nach Rom begaben, um vom Heiligen Stuhl Genehmigung oder Mißbilligung der neuen Doktrinen zu erhalten. Der Bescheid, daß sie in Religion und Politik geirrt hätten, bewog L. in beiden Stücken Abbikte zu thun; hierauf beziehen sich seine zwei Schriften: „Considérations sur le système philosophique de M. de Lamennaiso (1834) und Lettre sur le Saint-Siègep (1838). Zwei Jahre später trat er den Dominikanerorden ein und veröffentlichte eine (Vie de Saint-Dominiques (Par. 1841; 3. Aufl. 1844). Seine Predigten sind teilweise gesammelt unter dem Titel Conférences de Notre-Dame de Pariso (3 Bde., Par. 1835—50; deutsch, 4 Bde., Tüb, 1846 —-52). Nach der Februarrevolution 1848 wurde er zu Marseille in die Konstituierende Nationalversammlung gewählt, aus der er jedoch bald austrat. Im J. 1860 wurde er Mitglied der Französischen Akademie und starb zu Soreze (Depart. Tarn) 22. Nov. 1861. L.s Ruf gründet sich fast ausschließlich auf seine glänzende Kanzelberedsamkeit. Seine 4Oeuvreso erschienen in 6 Bänden (1858). Nach seinem Tode erschienen Lettres de L. à Madame Eudoxie de la Tour du Pino (Par. 1864); ferner veröffentlichte Falloux, 4Correspondance de L. et de Madame Swetchine (4. Aufl., Par. 1865), und Villard, „Oorrespondance inédite de L.o (Par. 1870). Vgl. Montalembert, «Le péère L. (Par. 1862); derselbe, Le testament du père L.„ (Par. 1870);: Relotr „Vie du père L. (2 Bde., Par. 1870); Bleibtreu, L.s Leben und Wirkeno (Freiburg 1873).