Lactarius Fr. (Milchpilz), Pilzgattung aus der Familie der Agaricinen. Die Arten desselben zeichnen sich dadurch aus, daß sie einen rötlichen oder weißen Milchsaft in ihren Fruchtkörpern enthalten. Es sind meist ansehnliche auf der Erde wachsende Pilze, deren Sporen weiße Farbe zeigen. Die Lamellen laufen ziemlich weit an dem sieischigen, anfangs vollen, später oft hohlen Stiele herab. Wird irgend ein Stück von dem Fruchtkörper abgebrochen, so dringt sofort aus der Bruchfläche reichlich Milchsaft hervor, bei einigen Arten ist derselbe von süßlichem und mildem Geschmack, bei andern dagegen ist er scharf und brennend. Häufig verändert sich die Farbe des Milchsaftes allmählich an der Luft, bei vielen Arten, welche weißen Milchsch besitzen, wird derselbe bald gelblich oder grünich. Mehrere Arten der Gattung L. gehören zu den eßbaren Pilzen, viele sind zwar unschädlich, werden aber nicht gegessen; nur wenige sind giftig. Einer der bekanntesten und besten Speisepilze, der echte Reizker (L. deliciosus Er., Tafel: Rülch „gehört zu denen, welche lebhaft gefärbten ilchsaft enthalten. Sofort nach dem Zerbrechen oder Zerschneiden tritt eine orangegelbe oder rote Milch hervor und das Fleisch des — läuft bald etwas grünlich an. Der Hut wird bis zu 10 em breit und ist gewöhnlich etwas trichterförmig in der Mitte vertieft. Er zeigt meist eine ziegelrote Färbung und abwechselnd hellere und dunklere konzentrische Ringe. Später verblaßt die Farbe des Hutes etwas und die ringartige Zeichnung tritt weniger deutlich hervor. Bei feuchter Witterung fühlt sich der ganze Pilz schmierig an. Er ist in Deutschland allgemein verbreitet und kommt hauptsächlich in Nadelholzwäldern im Sommer und Herbst vor, die Fruchtkörper treten meist gesellig und oft in sehr großer Anzahl auf. Ferner gehört zu den eßbaren Arten der sog. Brätling oder Birnenmilchling (L. volemus Fr.); er besitzt einen lebhaft gelb oder braunrötlich gefärbten Hut von Milchsaf Größe und Gestalt wie der Reizker, der ilchsaft ist anfangs weiß, später schwach gelblich. In vielen Gegenden wird auch der Pfefferschwamm (L. piperatus Fr.) gegessen, er besitzt einen großen, meist trichterförmigen weißgefärbten Hut, der oft einen Durchmesser von 15 em erreicht. Beim Bruche dringt aus dem Fleische weißer Milch56 hervor, der einen pfefferartigen brennenden eschmack besitzt. Der Stiel wird bis 5 em hoch und ist ziemlich dick. Der Pfefferschwamm kommt in Deutschland sehr häufig vor in lichten Wäldern und auf Grasplätzen. Von den giftigen Arten der Gattung L. sind nur der Brennreizker oder Feuermilchling und der Gift⸗ oder Birkenreizker zu erwähnen. Der erstere (L. pyrogalus Fr.) besitzt einen rötlichgrau gefärbten, ziemlich breiten Hut, der bald flach, bald trichterförmig gestaltet ist und auf seiner Oberfläche dunkle Ringe besitzt; der Milchsaft ist anfangs weiß, später gelblich und hateinen brennenden Geschmack. Er kommt in Laub⸗ und Nadelwäldern im Sommer und Herbst, meist aber nur vereinzelt vor. Der Giftreizker (L. torminosus Fr.) hat einen fleischroten oder rotgelben Hut und ähnelt in seiner Gestalt und Färbung dem echten Reizker, besitzt aber nicht wie dieser roten Milchsaft, sondern solchen von weißer Farbe und brennendem Geschmack, er kommt in lichten Wäldern und auf Grasplätzen häufig vor; meist findet er sich unter Birken, weshalb er auch den Namen Birkenreizker führt.