Lactucarium, offizinelle Drogue, ist der eingetrocknete Milchsaft des Giftlattichs, Lactuca virosa, der namentlich zu Zell an der Mosel zum Zweck der Gewinnung dieses Präparats angebaut wird. Der Milchsaft fließt zur Blütezeit aus an den Pflanzen angebrachten Einschnitten hervor und trocknet teils an der Pflanze zu kugeligen Massen ein, teils wird er in flachen Schalen gesammelt und künstlich getrocknet. Nicht zu verwechseln mit dem deutschen L. ist das französische L., Lactucarium gallicum oder Thridax, welches der weit weniger wirksame, auf Glastafeln eingetrocknete und in Form schwarzbrauner Lamellen im Handel vorkommende Saft von Lactuca sativa L., var. altissima 8. gigantea ist. Nach der deutschen Pharmakopöe von 1882 bildet das L. gelbbraune, innen weißliche Massen, Kugelbruchstücke oder kleine unregelmäßige Stücke; schwer zerreiblich. In kochendem Wasser erweicht es; die abfiltrierte, sehr bittere Flüssigkeit trübt sich beim Erkalten, wird auf Zusatz von Ammoniak klar und gibt dann mit Gipswasser einen reichlichen Niederschlag. Es sind verschiedene Körper daraus abgeschieden und als Lactuein, Lactucopikrin, Lactucerin, Lactucon, Lactucasäure bezeichnet worden, von denen jedoch wenig Näheres bekannt ist. Das L. wirkt ähnlich wie Opium, ohne aber dessen aufregende und verdauungstörende Eigenschaften zu haben.