Ladrönen oder Diebsinseln nannte Magelhaens 15 von ihm 6. März 1521 entdeckte Inseln im nordwestl. Teil des Großen Oceans, die nördlich von den Carolinen in einer Reihe zwischen 144 und 146 östl. L. von Greenwich und zwischen 13˙° und 21 nördl. Br. von Norden nach Süden gelegen sind. Spätere Seefahrer nannten die Gruppe Slas de las velas latinas, San-Lazarus-Archipel, Jardines, Prazeres etc. Sie wurden 1565 von den paniern in Besitz genommen, 1668 von diesen besetzt und zu Ehren der Königin Maria Anna von Osterreich, der Witwe Königs Philipp IV., Marianen genannt. Noch jetzt gehören sie an Spanien und bilden einen Teil des Generalgouvernements der Philippinen. Ein breiter Kanal trennt die L. in eine südl. und eine nördl. Hälfte. Zu den südl. Juanh gehören Guahan (Guajan, Guam, San-Juan) die größte, Rota (Sarpan), Aguijan Tinian (Buena Vista) und Seypan. Die zehn nördl. Inseln (Gani) sind sämtlich unbewohnt. Der Flächeninhalt aller Denöln beträgt im ganzen nur 1140 qkm und ihre Bevölkerung (1877) 8665 Seelen. Zahlreiche Gräber und Ruinen sprechen noch jetzt für eine ehemalige bedeutendere und kultiviertere Bevölkerung. Die gewaltsame Christianisierung brachte aber die Eingeborenen zu offener Empörung, bei deren Unterdrückung die Inseln förmlich verwüstet wurden. Im J. 1856 raffte eine Epidemie die Hälfte der Bewohner hinweg. Die Eingeborenen, Chamorro genannt, haben große Ahnlichkeit mit den Tagalen der Philippinen und sind jetzt, nach langem Druck und anhaltender Mißregierung durch die Spanier, ein verkommenes Volk. Das Klima ist angenehm, kühler als auf den Philippinen, doch im August und September sehr warm. Spanien hat von dieser Kolonie keine Einkünfte. Im J. 1856 wurden die L. zum Verbannungsort bestimmt. Der span. Gouverneur wohnt in Agana auf Guahan, der Haupt⸗ und einzigen Stadt der Kolonie, mit 2000 C. Der etwas entfernt liegende Hafen Umata hat Festungsanlagen.