Lafuente (Modesto), ausgezeichneter span. Geschichtschreiber, geb. 1806 zu Rabanal de los Caballeros in der Provinz Palencia, war Professor und Bibliothekar zu Astorga, bis er 1837 zu Leon eine satirische Zeitschrift begründete. Mit letzterer übersiedelte er 1838 nach Madrid, wo er seinen bleibenden Aufenthalt nahm. Mehrmals zum Deputierten und Vizepräsidenten der Cortes erwählt, zeichnete er sich in diesen als polit. Redner aus, und wirkte später als Direktor der Escuela superior de diplomätica und Präsident der Junta de 1os archivos y bibliotécas. Er starb 25. Okt. 1866. Die von ihm unter den Pseudonymen Fray Gerundio und Tirabeque herausgegebenen (Coleccion de capilladas y disciplinazos de Fray Gerundio. Periodico satirico de politica y costumbresv 16 Bde.), (Viages de Fray Gerundio por Francia, Belgica, Hollanda y orillas del Rhino (2 Bde.),/ Viage areostatico de Fray Gerundioy Tirabeque. Capricho gerundianov, TPeatro socialdel sigloXIX, por Fray Gerundiop (3 Bde.) und Fray Géerundio. Revista europea (4 Bde.), die sämtlich zwischen 1844—50 erschienen, haben weite Verbreitung gekunden. Sein Hauptwerk ist die klistoria general de Espana (30 Bde., Madr. 1850—66 2. Ausg., 13 Bde., 1874 —75; illustrierte und bis auf die neueste Zeit fortgeführte Ausgabe von Valera, 6Bde., Barcelona 1877— 89). L. bekundet sich in diefem Werke als gewissenhafter Forscher, wie auch als trefflicher Darsteller und Prosaist. Ein anderer span. Geschichtschreiber desselben Namens, Miguel L. y Alcäntara, wurde zu Archidona in der Provinz Malaga 10. Juli 1817 geboren, trat nach beendeten Rechtsstudien in das Advokatenkollegium von Granada und wurde 1846 zum Cortesdeputierten für Archidona erwählt. Zum iskal von Cuba ernannt, erkrankte er bald nach seiner Ankunft in der Havana und starb im Aug. 1850. Sein Hauptwerk ist die Historia de Granadan (4 Bde., Granada 1843 —48; 2 Bde., Par. 1851).