Feyjoo (Padre Frey Benito de F. y Montenegro), hervorragender span. Kritiker und Gelehrter des 18. Jahrh., der, obwohl er ein strenggläubiger Katholik war, den wissenschaftlichen Wert der Arbeiten eines Galilei, Baco, Newton, Leibniz, Pascal und Gassendi anerkannte und in Spanien öffentlich proklamierte; durch seine kritischen Aufsätze über Metaphysik, Dialektik und Naturwissenschaften lenkte er die span. Wissenschaft in neue Bahnen ein. Geb. 8. Okt. 1676 zu Compostella, weihte er sich mit dem 14. Jahre der geistlichen Laufbahn und studierte Theologie, Naturwissenschaften und Heilkunde. Im J. 1717 trat er in das Benediktinerkloster zu Oviedo, wo er 47 Jahre in strenger Zurückgezogenheit, nur mit seinen Studien beschäftigt, lebte. Er starb 26. Sept. 1764. Seine Abhandlungen veröffentlichte er unter dem Titel «Teatro critico universalo Bde., 1726—39 u. 1765; in 16 Bdn. 1738 —46; rz. von d'Hermilly 1742) und «Cartas eruditas Ycuriosaso (5 Bde., 1765). Eine Gesamtausgabe ward 1778—80 zu Madrid von Campomanes herausgegeben (33 Bde.); eine treffliche Auswahl (Discursos, Cartas, Poesiaso) veranstaltete in der „Biblioteca de autores espanoles (Bd. 56) Vicente de la Fuente (Madr. 1863). 3, richtiger Fes oder Fas, ein Sultanat, das die aus sieben Provinzen bestehende Hauptabteilung des Kaisertums Marokko (s. d.) bildet, auf der Nordwestseite des Atlas, hat Bewohner, die, wie in der Jumeei Berberei, aus Berbern, hier wie in Marokko mazirghen und Schilluchs genannt, Mauren, Arabern oder Beduinen, Negern (teils frei, teils Sklaven), Juden und wenigen Europäern (in den Seestädten, zum Teil Renegaten) bestehen.