FeedLa Fosse (Charles de)
Bildende KunstBrockhaus 1882

La Fosse (Charles de), franz. Historien⸗ und Kirchenmaler, geb. in Paris 1636, war dort Schüler Lebruns und bildete sich dann seit 1658 in Rom und Venedig aus. Seine Malereien, welche in Fresko und auf der Leinwand ausgeführt wurden, Ir teils Paul Veronese, teils Rubens als seine zorbilder. L. teilt mit den meisten seiner Zeitgenossen eine glänzende Virtuosität des Kolorits und der effektreichen Komposition. Seit 1673 stieg er an der pariser Akademie empor, wurde 1699 deren Direktor, 1715 erhielt er den Titel eines Kanzlers. Im J. 1705 vollendete er sein größtes Werk, die Kuppelgemälde des Invalidendoms, welche zu den bedeutendsten Leistungen der Zeit ehören. In London fertigte er 1689 — 90 die Fresken im Palast Montague, anderes in Versailles und in vielen Kirchen Frankreichs. Für den König malte er eine Ehebrecherin vor Christus; serner sind als Hauptwerke hervorzuheben seine Vermählung der heil. Jungfrau, der heil. Bruno (gestochen von Audran), der Raub der Proserpina (gestochen von Lempereur). L. starb 13. Dez. 1716 in Paris.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 744Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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