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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Lais ist der Name zweier berühmter griech. Hetären (s. d.) zu Korinth. Die ältere, welche zu Korinth auch geboren war, zählte zu ihren Verehrern namentlich den Philosophen Aristipp. Der Kyrenäer Eubotas aber, der in der 93. Olympiade (405 v. Chr.) in den Olympischen Spielen einen Sieg davongetragen hatte, nahm L., die sich hatte schwören lassen, daß er sie als Gattin mitnehmen werde, nur im Bilde mit. — Die jüngere L., eine Tochter der Timandra, der spätern treuen Gefährtin des Alcibiades, war zu Hykkara in Sicilien geboren und soll als siebenjähriges Mädchen (etwa 414 v. Chr.) nach Korinth gekommen sein. Zuletzt ging sie mit einem Thessalier, in den sie sich verliebt hatte, in dessen Heimat, wo sie von einigen Weibern in einem Tempel der Aphrodite aus Neid und Eifersucht ermordet wurde. Vgl. Jacobs, «L., die ältere und die jüngeres, in dessen Vermischten Schriften » (Bd. 4, Lpz. 1830). Als ideale Schönheit ist L. von Wieland im Aristippo dargestellt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 755Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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