Lamarque (Maximilien, Graf), franz. General, geb. 22. Juli 1770 zu St.⸗Sever im Depart. Landes, trat 1791 in die Armee, nahm in der Vorhut der Pyrenäenarmee unter Moncey 1794 mit 200 Grenadieren Fuentarabia, wurde hierauf Generaladjutant und diente dann in Italien und am Rhein. Nach dem Frieden von Luneville befehligte er in Spanien, 1805 in Deutschland als Brigadegeneral, begleitete hierauf Joseph Bonaparte nach Neapel wurde 1807 Divisionsgeneral und bemächtigte sich in der Nacht vom 4. zum 5. Okt. 1808 der von Hudson Lowe verteidigten Insel Capri. Im Felduge von 1809 führte er unter dem Vizekönig von talien eine Division und ging hierauf nach Spanien, wo er bis zum Sturze Napoleons blieb und ebenso viel Humanität als Energie und Tapferkeit bewies. Mit der ersten Restauration trat er außer Dienst. Nach der Rückkehr Napoleons von Elba übernahm er in der Vendée den Oberbefehl, floh nach der Rückkehr der Bourbonen nach Belgien, erhielt aber 1818 die Erlaubnis, nach Frankreich zurückzukehren. Im Dez. 1828 trat er als Abgeordneter des Depart. Landes in die Kammer, wo er sich zur Opposition hielt. Er starb 1. Juni 1832. Sein Leichenbegängnis, das die republikanische Partei zu einer Demonstration benutzen wollte, gab 5. und 6. Juni Anlaß zu einer Straßenemeute in Paris. Später erschienen L.s KMémoiresp (3Bde., Par. 1835).